Mehr als vier Milliarden Menschen haben weiterhin keinen Zugang zum Internet, traditionelle Anbieter erweitern ihre Infrastruktur nur nach ihren kommerziellen Zielen, und staatliche Lösungen dauern lange oder werden mangelhaft umgesetzt. Aus diesen und anderen Gründen haben Unternehmen wie Facebook großes Interesse daran, alternative Konnektivitätslösungen zu entwickeln. Eine davon ist OpenCellular, eine neue Open-Source-Plattform, die das Internet in die entlegensten Gebiete bringen soll.
Seit einiger Zeit beobachten wir genau bestimmte parallele Projekte von Google und Facebook, die darauf abzielen, die Konnektivitätslücke zu verringern und eine ihrer wichtigsten Ursachen anzugehen: den Mangel an Infrastruktur. Im Fall von Google erinnern sich unsere Leser vielleicht an Project Loon oder dessen Interesse, ein neues Satellitennetz zu finanzieren. Auf der Seite von Facebook finden wir die Initiative Internet.org und die Idee, solarbetriebene Drohnen einzusetzen. In den letzten Tagen hat Mark Zuckerberg selbst OpenCellular vorgestellt, eine Plattform, die wir als ein weiteres Konzept betrachten können, das aus dem Ideal von Internet.org hervorgegangen ist.
OpenCellular wird aus Geräten bestehen, die verschiedene Verbindungsgeschwindigkeiten von 2G bis LTE bieten können, sowie Unterstützung als WiFi-Hotspot für Situationen, in denen ein eher „lokal“er Dienst geliefert werden muss, sozusagen. Jeder Knoten hat eine Reichweite von zehn Kilometern und mit Abmessungen von 49,5 x 21,5 x 11,5 Zentimetern können die Gemeinden sie an Masten installieren oder in einem Rucksack tragen, um temporäre Verbindungen herzustellen. Facebook kündigt an, dass sowohl die Software als auch das Hardware-Design Open Source sein werden, obwohl dies einige Zeit in Anspruch nehmen wird. Die ersten Prototypen werden bereits im Hauptquartier des sozialen Netzwerks in Menlo Park evaluiert.
Logischerweise können die OpenCellular-Knoten einen grundlegenden Energiebedarf und einen „Backhaul“, der es ihnen ermöglicht, die notwendigen Signale zu empfangen, nicht umgehen. Einer der Pläne von OpenCellular ist jedoch die Entwicklung eines drahtlosen Backhauls, sodass jeder Knoten zu einer Art Repeater wird. Die Tatsache, dass OpenCellular Open Source ist, sollte die Schaffung noch kompakterer und wirtschaftlicherer Lösungen ermöglichen, ein kritischer Aspekt, wenn man die Märkte bedenkt, die Facebook damit anvisiert: im Wesentlichen Indien und den afrikanischen Kontinent.