Die meisten Programme für 3D-Design haben einen entscheidenden Nachteil: ihre Komplexität. Sie wurden nicht für den normalen Anwender entwickelt, sondern für Profis, die stundenlang vor ihren Oberflächen sitzen und jedes Detail bearbeiten. Das neue Project Felix von Adobe will mit diesem Image aufräumen und ein Programm präsentieren, das 3D-Objekte erstellen in wenigen Schritten möglich macht – unterstützt von künstlicher Intelligenz.
Die Idee hinter Project Felix
„Lerne AutoCAD in 48 Stunden und gib dort zwei fertige Arbeiten ab“, sagte mir mein Lehrer für technisches Zeichnen. Natürlich war das eine Falle. Mit gerade einmal 16 Jahren und großen Plänen für die Ferien flog dieses Fach buchstäblich aus dem Fenster. Aber diese Falle betrifft nicht nur Teenager, die nach einer Abkürzung suchen. Tausende Menschen haben legitime Gründe, Zeichnen oder Computergrafik zu lernen – und die wichtigsten Programme auf dem Markt, nun ja, denken nicht an Anfänger. Abgesehen von den hohen Preisen ist ihre Lernkurve erbarmungslos. Im Bereich 3D ist die Situation noch komplexer, denn wenn man die Möglichkeiten eines 3D-Druckers voll ausschöpfen möchte, braucht man idealerweise Designkenntnisse. Die Leute von Adobe glauben, mit Project Felix die Antwort auf diese Lücke gefunden zu haben. Ob das wirklich so ist?
Ob auf einem Mac oder einem Windows-PC: Die Versprechung von Project Felix ist, dass jeder mit 3D-Modellen arbeiten kann, ohne fortgeschrittene Kenntnisse. Brauchst du eine Flasche in 3D? Nimm eine aus dem Katalog, ändere das Material, die Flüssigkeit im Inneren und sogar die Farbe des Verschlusses mit ein paar Klicks – ohne dich mit Maßen, Polygonen, Texturen oder Koordinaten herumschlagen zu müssen. Wie schafft es Adobe, all diese Details in den Hintergrund zu rücken? Zwei Worte: Künstliche Intelligenz.
Die KI hinter der Oberfläche von Project Felix berechnet präzise, wie das Licht auf ein Objekt fallen sollte, welche Position es im Verhältnis zu seinem Hintergrund einnehmen muss und wie das Endergebnis aussehen wird – noch vor dem Rendern, dank eines kleinen Vorschaufensters in Echtzeit.
Ein Prototyp mit Zukunft
Vorerst nennen wir Project Felix einen Prototypen oder eine Proof of Concept. Es muss noch in vielen Bereichen optimiert werden, angefangen bei den Verbindungen zu Photoshop und Illustrator, über GPU-Rendering bis hin zur Erstellung abstrakter Objekte. Aber etwas sagt mir, dass Project Felix zusammen mit den anderen Werkzeugen Teil der Creative Cloud werden wird – und wenn Adobe es wirklich schafft, die Hürden des 3D-Designs zu senken, ohne an Robustheit zu verlieren, wird das für viel Aufsehen sorgen.