Die am 15. September veröffentlichte Analyse von SemiAnalysis beziffert die durch lokale US-Moratorien verzögerte Rechenzentrumskapazität auf 1.525 MW bei drei Projekten. Für New York veranschlagt sie weitere 0,8 GW. Zusammen ergibt das 2,325 GW, gerundet rund 2,3 GW. Der separate Genehmigungsstopp in Texas zählt nicht zu dieser Summe.

Was die rund 2,3 GW umfassen

Die drei lokalen Projekte stehen laut SemiAnalysis für 1,525 GW Verzögerung: ein AWS-Campus in Ohio, ein Campus eines Entwicklers für stromversorgte Grundstücke in Pennsylvania und ein nicht näher benannter Standort in Colorado. New York ist ein eigener Posten: Die Analyse schätzt, dass die Exekutivanordnung rund 1,4 GW geplante Kapazität berührt und bei etwa 0,8 GW eine erhebliche Verzögerung verursacht.

Die Abgrenzung ist entscheidend: Die drei Projekte beziehen sich auf den lokalen Anteil von 1,525 GW, nicht auf die gesamte Schätzung von rund 2,3 GW. Außerdem sind etwa 20 GW Kapazität innerhalb lokaler Beschränkungsgebiete nicht automatisch verzögert. SemiAnalysis schätzt, dass lokale Regeln davon 1,525 GW tatsächlich aufhalten.

Die Datenbank des Unternehmens erfasst mehr als 400 lokale Regelungen, Maßnahmen und Vorschläge in 17 Bundesstaaten. Das ist keine Zählung von 400 beschlossenen Moratorien. SemiAnalysis versteht darunter grundsätzlich eine befristete rechtliche Pause, meist für neue Anträge; bereits erteilte Genehmigungen werden damit üblicherweise nicht aufgehoben. Der Tracker enthält daneben auch dauerhafte Änderungen der Flächennutzungsplanung.

Wann eine Beschränkung ein Projekt tatsächlich verzögert

SemiAnalysis beschreibt eine projektbezogene Prüfung: Eine Beschränkung muss für das Grundstück gelten, eine noch ausstehende Genehmigung blockieren und in den Zeitplan des Vorhabens fallen. Das Unternehmen verfolgt nach eigenen Angaben mehr als 6.000 Anlagen. Für die Analyse nutzt es unter anderem Grundstücksdaten, Genehmigungen, Stromverbrauchsdaten, Anfragen nach öffentlichen Unterlagen und Satellitenbilder; außerdem prüft es weitere mögliche Zeitplanfaktoren.

Eine Regel kann deshalb auf dem Papier viele Standorte erfassen, ohne deren Bauablauf zu verschieben. Bereits vorhandene Genehmigungen, eine kurze Pause, die vor dem nächsten nötigen Antrag endet, andere Verzögerungen oder ein Wechsel des Standorts beziehungsweise der Planung können den Effekt begrenzen. Auch ein Rechtsstreit kann den Zeitplan beeinflussen. Die Zahl der erfassten Regeln allein sagt daher weniger aus als die Frage, ob eine konkrete Beschränkung ein noch benötigtes Verfahren rechtzeitig trifft.

Texas wird separat bewertet

Am 21. September 2026 wies Gouverneur Greg Abbott die Texas Commission on Environmental Quality (TCEQ) an, alle Genehmigungen für Rechenzentrumsprojekte bis zum Abschluss der Prüfung durch den Electric Reliability Council of Texas (ERCOT) auszusetzen. Die Mitteilung des texanischen Gouverneursbüros sieht außerdem vor, dass staatliche Stellen zugehörige Genehmigungsverfahren nicht weiterführen, bis die benötigten Informationen vorliegen.

SemiAnalysis behandelt Texas getrennt von den 2,3 GW für lokale Beschränkungen und New York. Für netzabhängige Grundlastprojekte in der ERCOT-Anschlusswarteschlange schätzt das Unternehmen durch deren Pause eine zusätzliche administrative Verzögerung von drei bis vier Monaten. Projekte, die keinen Netzanschluss benötigen, seien von dieser Warteschlangenpause nicht betroffen.