SK hynix hat bei der ISOCC 2026 eine SSD-Controllerarchitektur mit rund 100 kleinen H-TPU-Prozessoren vorgestellt. Sie sollen wiederkehrende I/O-Aufgaben übernehmen, während ein allgemeiner CPU-Kern für komplexe Verwaltungsaufgaben zuständig bleibt, berichtet The Elec über den Vortrag von SK-hynix-Vizepräsident Koo In-je.
Routinearbeit für H-TPUs, komplexe Aufgaben für die CPU
Die H-TPUs sollen wiederkehrende Lese- und Schreibvorgänge verarbeiten sowie Metadaten verwalten und Puffer steuern. Der allgemeine Prozessor im SSD-Controller übernimmt dagegen Aufgaben wie die Speicherverwaltung, Fehlerbehandlung und den Umgang mit Ausnahmen. Für eine I/O-Anfrage werden laut The Elec jeweils die benötigten H-TPUs aktiviert; die übrigen können im Leerlauf bleiben.
H-TPU steht laut The Elec für „Hynix Transaction Processing Unit“. Gemeint ist ein Prozessor für Transaktionsaufgaben im SSD-Controller, kein KI-Tensorprozessor.
Aufbau, Entwicklung und Kernvergleiche
The Elec beschreibt die H-TPUs als sequenziell arbeitende Prozessoren mit einer Pipeline aus vier Stufen. SK hynix habe außerdem einen eigenen Compiler und weitere Entwicklungswerkzeuge entwickelt, mit denen Ingenieurinnen und Ingenieure Programme für die H-TPUs schreiben können.
Bei den Zahlen zur Leistungsaufnahme und Chipfläche vergleicht SK hynix laut The Elec jeweils einen H-TPU-Kern mit einem allgemeinen CPU-Kern: Die Leistungsaufnahme eines H-TPU soll 2,5 Prozent, seine Fläche 4 Prozent des Vergleichskerns betragen. Das sind Angaben zu einzelnen Kernen, nicht zum gesamten SSD-Controller.
Geplante Anwendungen von Storage Next bis HBF
The Elec zufolge plant SK hynix, H-TPUs in künftigen Enterprise-SSD-Controllern und weiteren NAND-Produktfamilien einzusetzen. Als spätere Anwendungsfelder nennt der Bericht Storage Next und High-Bandwidth Flash (HBF).
Für Storage Next beschreibt The Elec eine vorgesehene Zugriffsgranularität von 512 Byte oder weniger. Herkömmliche Zugriffseinheiten umfassen demnach 4 KB; 512 Byte entsprechen einem Achtel davon. Diese Größenangaben beschreiben die Zugriffsgranularität, keine gemessene Geschwindigkeitssteigerung.