Für eine dokumentierte SynthID-Prüfung in Gemini meldest du dich an, lädst eine Bild-, Video- oder Audiodatei hoch und fragst, ob Google-KI sie erstellt oder bearbeitet hat. Gemini ist dabei vom öffentlichen SynthID Detector zu unterscheiden: Die beiden Zugänge haben unterschiedliche, von Google beschriebene Einsatzbereiche.

Eine Datei in Gemini prüfen

Du brauchst ein angemeldetes persönliches Google-Konto oder ein berechtigtes Workspace-Konto. Die Prüfung funktioniert am Computer oder in der aktuellen Gemini-App. Google beschreibt diesen Ablauf:

  1. Melde dich bei Gemini an. Verwende ein persönliches Konto oder ein berechtigtes Workspace-Konto.
  2. Füge eine Datei hinzu. Wähle ein Bild, Video oder eine Audiodatei von deinem Gerät, aus Google Fotos oder aus Google Drive. Pro Abfrage lässt sich eine Datei anhängen. Für Dateien aus Drive muss „Keep Activity“ aktiviert und Google Workspace mit Gemini Apps verbunden sein.
  3. Stelle eine gezielte Frage. Frage zum Beispiel, ob Google-KI das Bild oder Video erstellt oder bearbeitet hat. Eine konkrete Frage richtet die Antwort auf das Merkmal aus, das du prüfen möchtest.

Google nennt für Gemini eine maximale Dateigröße von 100 MB, Videos unter 90 Sekunden und Audiodateien unter einer Stunde. Die ungefähren Kontingente in einem rollierenden Zeitraum von 24 Stunden liegen bei zehn Bildprüfungen, zehn Videoprüfungen mit insgesamt fünf Minuten Videomaterial und zehn Audioprüfungen mit insgesamt drei Stunden Audiomaterial. Google beschreibt Ablauf und Grenzen in der Gemini-Hilfe.

Gemini und der öffentliche SynthID Detector

Google kündigte am 7. Oktober 2026 den weltweiten öffentlichen Zugang zum SynthID Detector in englischer Sprache an. Die Ankündigung nennt Bilder, Videos und Audio sowie OpenAI, NVIDIA und Kakao als Partner. Apple bezeichnete Google als künftigen Partner. Für Gemini beschreibt Google dagegen die Erkennung von SynthID in Inhalten, die mit Google-KI-Tools erstellt wurden. Googles Ankündigung zum öffentlichen Detector und die Gemini-Hilfe beziehen sich somit auf unterschiedliche Zugänge.

NeoTeo hat die Öffnung des öffentlichen Portals auch in einem spanischsprachigen Bericht aufgegriffen.

Google zufolge begann die SynthID-Technologie 2023. Das Portal SynthID Detector wurde 2025 zunächst für frühe Tester eingeführt; der weltweite Zugang in englischer Sprache wurde 2026 angekündigt. Google DeepMind unterscheidet in seiner Chronologie zwischen Technologie und Portal; die Ankündigung für frühe Tester erschien am 20. Mai 2025.

Was ein Treffer aussagt

Ein positiver Gemini-Befund bedeutet bei einem Bild oder Video, dass das Medium ganz oder teilweise mit Google-KI erstellt oder bearbeitet wurde. Er besagt nicht, dass das gesamte Bild oder Video von Grund auf mit KI erzeugt wurde. Bei Videos markiert Gemini Abschnitte, in denen SynthID erkannt wurde; damit ist nicht gesagt, dass jedes Bild dieses Abschnitts die Markierung enthält.

Eine Fehlanzeige bedeutet, dass Gemini kein Google-SynthID erkannt hat. Sie schließt andere KI-Systeme nicht aus. Google nennt auch unklare Ergebnisse: Sie können auftreten, wenn ein Medium zu wenig Details enthält oder eine Bearbeitung zu klein ist, um eine erkennbare Markierung zu tragen. Bei Screenshots empfiehlt Google, eng um das betreffende Bild zuzuschneiden und keine Collage mit mehreren Bildern einzureichen. SynthID bleibt laut Google normalerweise nach Größenänderung, Farbänderung oder Kompression erkennbar; wiederholte Bearbeitungen können die Erkennung jedoch erschweren. Diese Hinweise und die Erläuterung der Videoergebnisse stehen in der Gemini-Hilfe.

Der Creator AI with Surya berichtete in einem am 15. Oktober 2026 veröffentlichten Video über einen eigenen Versuch, bei dem SynthID sechs von acht Dateien erkannte, die nach seiner Darstellung Wasserzeichen trugen. Er meldete Erkennungen nach WhatsApp-ähnlicher Kompression und einem Instagram-ähnlichen Filter, aber keine Erkennung bei einem KI-Bild in einem Smartphone-Screenshot und einem vertikal erneut geposteten Veo-Clip. Das sind Ergebnisse dieses einzelnen Versuchs, keine allgemeine Trefferquote.

SynthID und Content Credentials

SynthID ist ein digitales Wasserzeichen, Content Credentials sind dagegen Angaben zur Herkunft und Bearbeitung eines Mediums. Kompatible Content Credentials können etwa Auskunft über Zusammensetzung, Bearbeitungsschritte und den Einsatz von KI geben. Sie können auch bei Medien ohne KI-Bearbeitung vorkommen und belegen für sich genommen nicht, dass ein Inhalt KI-generiert ist. Google erläutert den Unterschied in der Gemini-Hilfe.