Seoul Economic Daily berichtete am 3. November 2026, dass Solidigm, die NAND-Tochtergesellschaft von SK hynix, zwei Fabriken in den USA in mehreren Phasen erwäge. In dem Bericht hieß es, SK hynix habe erklärt, dass noch keine endgültige Entscheidung gefallen sei.
Was Solidigm in New York erwägt
Als Standort nannte Seoul Economic Daily Marcy Nanocenter im Oneida County im Bundesstaat New York. Der Vorschlag sieht zwei NAND-Fabriken vor, die schrittweise entstehen könnten. Für die erste Anlage werden 100.000 12-Zoll-Wafer pro Monat als Ziel genannt. Das ist eine geplante Kapazität, keine bereits laufende Produktion.
Warum Marcy Nanocenter als Standortkandidat gilt
Seoul Economic Daily bezeichnete Marcy Nanocenter als aussichtsreichsten Standortkandidaten. Das Gelände umfasst dem Bericht zufolge rund 176 Hektar; Strom- und Wasserversorgung seien für Halbleiterwerke vorbereitet. Die Fläche des gesamten Standorts ist dabei nicht als Solidigm zugeteiltes Grundstück ausgewiesen.
Die frühere NeoTeo-Berichterstattung über Gespräche von SK hynix und Intel zur Speicherfertigung in Ohio behandelte ein separates Vorhaben. Der hier berichtete Solidigm-Plan bezieht sich auf New York.
Welche Investitionssummen genannt werden
Seoul Economic Daily und TrendForce bezifferten die geschätzten Kosten auf 40 bis 50 Milliarden US-Dollar je Fabrik und auf bis zu 100 Milliarden US-Dollar für zwei Anlagen. Dealsite nannte außerdem einen mit dem US-Handelsministerium besprochenen Investitionsplan über 45 Milliarden US-Dollar. Die Angaben stehen nebeneinander: Die ersten Summen beziehen sich auf Kosten je Fabrik und eine Obergrenze für zwei; die weitere Zahl bezeichnet einen berichteten Investitionsplan.
Seoul Economic Daily zufolge erwog der Bundesstaat New York außerdem eine Unterstützung von bis zu 50 Millionen US-Dollar für die Vorbereitung des Standorts.
Welche Finanzierungswege im Gespräch sind
Dealsite berichtete am 3. November, SK hynix habe am 23. Oktober die Prüfung einer Vorbörsenfinanzierung und eines Börsengangs von Solidigm ausgesetzt. Als mögliche Finanzierungsquelle kamen laut Dealsite auch Kioxia-bezogene Wandelanleihen infrage, die über SPC2 gehalten werden.
SPC2 hielt Dealsite zufolge Ende März 2026 einen Anteil von 14,17 Prozent an Kioxia. Den einfachen rechnerischen Wert dieser Kioxia-verbundenen Position bezifferte der Bericht auf rund 23 Billionen Won. Ein Verkauf könnte Geld freisetzen, zugleich aber möglichen strategischen Einfluss kosten: Eine Umwandlung der Anleihen könnte nach den erforderlichen Verfahren indirekte Stimmrechte ermöglichen. Für eine Stimmrechtsquote von mehr als 15 Prozent sei bis 2028 Kioxias Zustimmung erforderlich.
Als weiterer möglicher Einnahmeweg wurde eine Ausweitung der NAND-Produktion im Werk Dalian genannt. TrendForce berichtete am 4. November unter Berufung auf Reuters, SK hynix habe dafür US-Ausfuhrgenehmigungen beantragt; in diesem Bericht galten die Anträge noch als nicht genehmigt.