Spotify meldete am 20. Oktober 2026, im laufenden Jahr mehr als 50 Millionen Spam- und „Slop“-Titel aus den Empfehlungen genommen zu haben. Die Zahl bezeichnet Titel, die Spotify nicht mehr empfiehlt. Separat berichtete das Unternehmen von mehr als 75 Millionen Spam-Titeln, die wegen schwerer oder wiederholter Regelverstöße von der Plattform entfernt worden seien.

Wie Spotify Spam erkennt und KI-Beiträge kennzeichnet

Drei dunkle Song-Credits-Karten mit „GenerativeAI“ und KI-Kennzeichnungen bei musikalischen Beiträgen.

Spotify zufolge fließen in die Spam-Bewertung Rückmeldungen und Interaktionen von Hörern, Upload-Muster, Metadaten und Ergebnisse mehrerer KI-Erkennungstools von Drittanbietern ein. Kein einzelnes Signal reiche aus; außerdem hätten KI-Detektoren Grenzen. Die mehr als 50 Millionen Titel sind daher eine Spam- und „Slop“-Zahl, keine Zahl ausschließlich KI-generierter Songs.

Spotify AI Credits können angeben, ob KI bei Gesang, Texten, Produktion oder Instrumenten beteiligt war. Die Angaben stammen von Künstlern oder Partnern. Ein fehlender Credit sagt deshalb nicht aus, dass bei einem Titel keine KI eingesetzt wurde.

Spotify kennzeichnet auch AI Personas, also Künstleridentitäten, die nach Einschätzung des Dienstes KI-generiert sind. Standardmäßig nimmt Spotify sie aus redaktionellen und algorithmischen Empfehlungen heraus. Eine Ausnahme gilt etwa, wenn jemand einer solchen Persona folgt. Zudem darf die Stimme eines Künstlers laut Spotify nur mit dessen Zustimmung nachgeahmt werden. Das Unternehmen richtet seine Maßnahmen gegen Spam, Täuschung und unerlaubte Imitationen, nicht pauschal gegen den kreativen Einsatz von KI.

YouTube Music zeigt das KI-Label im Player

Zwei YouTube-Music-Ansichten: links das hervorgehobene Label „AI“, rechts das Hinweisfenster „How this was made“.

YouTube kündigte am 14. Oktober 2026 an, in YouTube Music Labels für Titel auszurollen, die überwiegend mit generativer KI erstellt wurden. Das Label erscheint im Player; ein Antippen öffnet weitere Informationen. YouTube erklärte, für die Erkennung mit Musikpartnern zusammenzuarbeiten und eigene Tools einzusetzen. Das Unternehmen kündigte außerdem eine Ausweitung der Labels auf die Haupt-App von YouTube an.

Die Kennzeichnung knüpft an den Rollout an, den NeoTeo bereits für YouTube Music eingeordnet hat. Die Grafik zeigt das Label im Player und das zugehörige Hinweisfenster.

Apple Music setzt laut Bericht auf vier Transparenz-Tags

9to5Mac berichtete am 4. März 2026, Apple Music verlange von Labels und Vertrieben Transparenz-Tags für künftig neu angelieferte Inhalte, wenn ein wesentlicher Teil davon mit KI erstellt wurde. Die vier Kategorien betreffen Artwork, Track, Composition und Music Video, also Covergrafik, Tonaufnahme, Komposition und Musikvideo. Für ein Werk können mehrere Tags gelten. Laut dem Bericht entscheiden die Lieferpartner selbst, was als KI-Inhalt zählt.

Die Transparenzmechanismen im Vergleich

DienstBeschriebener Transparenzmechanismus
SpotifyAI Credits in Song Credits, sofern Künstler oder Partner Angaben machen; Kennzeichnungen für AI Personas
YouTube MusicAntippbares KI-Label im Player mit weiteren Informationen
Apple MusicLaut Bericht Partner-Tags für Artwork, Track, Composition und Music Video

Die Dienste setzen damit an unterschiedlichen Stellen an: Spotify beschreibt sowohl Credits als auch Maßnahmen gegen Spam und bestimmte Regelverstöße. YouTube Music zeigt ein Label direkt beim Abspielen. Apple Music setzt laut dem Bericht auf Metadaten, die Labels und Vertriebe bei der Anlieferung bereitstellen.