Das Aufladen mobiler Geräte in abgelegenen Regionen kann komplizierter sein, als man denkt, besonders wenn das Wetter nicht mitspielt und nur wenig Sonnenlicht zur Verfügung steht. Das führt zu der Überlegung, andere Optionen zu nutzen, darunter Windenergie. Der jüngste Prototyp einer Windturbine des deutschen Designers Nils Ferber ist 40 Prozent leichter als ähnliche Systeme und erzeugt fünf Watt bei weniger als 20 Kilometern pro Stunde Windgeschwindigkeit.

Ein Smartphone in der Tasche zu tragen ist einfach. Schwieriger ist es, den günstigsten Weg zur Energiegewinnung zu finden. Wir können sie wie das Smartphone mit uns führen oder auf feuerbasierte Systeme zurückgreifen (vorausgesetzt, der besuchte Ort erlaubt das Entfachen von Feuern), oder Solarenergie nutzen, wenn es gute Lichtverhältnisse gibt. Es gibt auch eine zusätzliche Option: Windenergie. Es ist nicht das erste Mal, dass wir auf das Konzept tragbarer Turbinen stoßen. Tatsächlich suchten einige Entwürfe auf Kickstarter nach Finanzierung und sind bei dem Versuch, ein tragfähiges Produkt zu liefern, völlig gescheitert. Von daher rührt die Skepsis der Verbraucher gegenüber Windturbinen. Dennoch sollten wir uns diesen Prototyp genauer ansehen:

Tragbare Windturbine zum Aufladen von Geräten
Windturbine

Der Prototyp

Das Gerät hat keinen offiziellen Namen, wird aber als „Mini-Windturbine“ bezeichnet. Entwickelt wurde es vom deutschen Designer Nils Ferber, der neben einer offiziellen Webseite auch am James Dyson Award teilnimmt. Die Turbine basiert auf einer optimierten Version des Savonius-Designs, einem der stabilsten und kostengünstigsten. Der Prototyp wiegt weniger als ein Kilogramm und ist 40 Prozent leichter als sein direkter Konkurrent. Dadurch kann er sich auf seinen Rotor konzentrieren, der auch bei wenig Wind genug Energie erzeugen kann. Die veröffentlichten Daten sprechen von 5 Watt direkt bei einem Wind von 18 Kilometern pro Stunde, und in zukünftigen Designs wird eine 24-Wh-Batterie hinzugefügt.

Schwachstellen und Ausblick

Obwohl sie leicht zu transportieren ist und ihre Leistung innerhalb der nötigen Parameter zum Aufladen eines Smartphones liegt, sehe ich die Schwachstelle dieser Mini-Windturbine in der Installation. Zugegeben: Wer in die Berge fährt und dort einige Tage verbringen möchte, muss ohnehin ein Lager aufbauen, also kommt die Turbine zur Aufgabenliste hinzu. Aber als bequeme Alternative bei gelegentlicher Nutzung sehe ich sie nicht. Der nächste Schritt für Ferber ist die Suche nach Partnern und die Entwicklung einer kommerziellen Variante.

Offizielle Webseite: Nils Ferber