Ubuntu meldete am 2. November 2026 Korrekturen für CVE-2026-98432 im -proposed-Pocket. Die Lücke ist ein Use-after-free in der IPv4-TCP-Netzwerkverarbeitung des Linux-Kernels. Anthropic hatte am 27. Oktober einen Proof of Concept beschrieben, der auf einem Linux-Server mit MPTCP-Listener Root-Befehle ausführen konnte. Ubuntu Anthropic
Was Anthropic mit MPTCP demonstrierte
Anthropic zufolge führte der Proof of Concept auf einem Server mit MPTCP-Listener Befehle mit Root-Rechten aus, ohne dass Zugangsdaten oder eine Nutzeraktion nötig waren. Die berichteten Zeiten beziehen sich auf genau diesen Versuch: 48 Minuten vergingen bis zum Auslesen eines Kernel-Pointers, weitere fünf Minuten bis zur Shell-Befehlsausführung. Anthropics Bericht
Der MPTCP-Listener war eine Bedingung dieses demonstrierten Angriffswegs. Die Schwachstelle selbst betrifft IPv4-TCP im Kernel. Red Hat beschrieb CVE-2026-98432 in seiner am 30. Oktober veröffentlichten Sicherheitsmeldung als Use-after-free im IPv4-Kernelcode. Red Hat
Warum ein Paketfilter den Kernel-Fix nicht ersetzt
Red Hat empfiehlt einen nftables-Filter, der eingehende IPv4-TCP-Pakete mit IP-Optionen erkennt, etwa anhand der Bedingung ip hdrlength > 5. Laut Red Hat kann die Regel die Angriffsfläche verringern, aber die Schwachstelle nicht vollständig verhindern und notwendige Arbeitsabläufe beeinträchtigen. Red Hat bezeichnet ein aktualisiertes, korrigiertes Kernelpaket als vollständige Lösung. Red Hats Sicherheitsmeldung
Red Hats am 30. Oktober veröffentlichte Meldung führte RHEL 8, 9 und 10 sowie die Red Hat OpenShift Container Platform als betroffen auf. Für Ubuntu nennt die Ankündigung vom 2. November Korrekturen im -proposed-Pocket.