Am 19. Oktober 2026 erlaubte US-Bezirksrichterin Debra M. Brown den Vereinigten Staaten, im Namen des EPA-Administrators einer Klage der NAACP beizutreten. Den Antrag der Regierung, das Verfahren einseitig zu beenden, wies sie zurück. Ob X.AI Corp. und MZX Tech LLC gegen Umweltrecht verstoßen haben, entschied das Gericht nicht.
Was das Gericht entschieden hat
Die Klage betrifft das Colossus Gas Plant in Southaven im US-Bundesstaat Mississippi. Die Vereinigten Staaten wollten dem Verfahren als Kläger beitreten und zugleich die Bürgerklage beenden, die die National Association for the Advancement of Colored People (NAACP) und die Mississippi State Conference of the NAACP eingereicht hatten. Das Gericht ließ den Beitritt zu, lehnte die Einstellung der Klage aber ab.
Die Richterin begründete die Entscheidung mit der begrenzten Rolle der US-Regierung in diesem Verfahren: Das Recht des EPA-Administrators, sich an einer Klage nach dem Clean Air Act zu beteiligen, gebe der Regierung keine Befugnis, den Fall gegen den Willen der Kläger allein zu beenden. Auch Regel 41 der US-Zivilprozessordnung ermögliche ihr das hier nicht.
Die US-Regierung hatte außerdem Gründe der nationalen Sicherheit angeführt. Brown hielt diese für die Frage, ob die Regierung die Klage einseitig einstellen durfte, nicht für maßgeblich.
Wer klagt und welche Folgen verlangt werden
Die NAACP und ihre Mississippi State Conference reichten die Klage am 14. April 2026 gegen X.AI Corp. (xAI) und MZX Tech LLC ein. Sie werfen den Unternehmen Verstöße gegen den Clean Air Act, das US-Luftreinhaltegesetz, und Mississippis State Implementation Plan, den staatlichen Luftreinhalteplan, vor. Nach Darstellung der Kläger wurde das Kraftwerk ohne die erforderlichen Genehmigungen errichtet und betrieben.
Die Kläger verlangen eine gerichtliche Anordnung, die den Betrieb an die Vorgaben des Clean Air Act bindet, sowie die bestverfügbare Technik zur Emissionsminderung. Außerdem beantragen sie Kosten- und Anwaltserstattung und zivilrechtliche Geldbußen von bis zu 124.426 US-Dollar pro Tag und Verstoß. Das sind Forderungen der Kläger, keine vom Gericht zugesprochenen Strafen.
Welche Zahlen zu den Turbinen und Emissionen genannt werden
Infobae berichtete am 22. Oktober, die Kläger bezifferten die Anlage auf 69 Gasturbinen. Ihre möglichen jährlichen Emissionen schätzten sie dem Bericht zufolge auf mehr als 5.000 Tonnen Stickoxide (NOx), mehr als 400 Tonnen Feinstaub und 47 Tonnen Formaldehyd. Diese Zahlen sind Angaben und Schätzungen der Kläger, keine Feststellungen des Gerichts.
Der frühere Streit um die Genehmigung in Southaven
Am 18. Februar 2026 berichtete WREG News Channel 3 über den Widerstand der NAACP und Anwohner gegen einen Genehmigungsantrag für 41 dauerhafte Gasturbinen in Southaven. Der Beitrag dokumentiert damit eine frühere Auseinandersetzung um die Anlage.