Manche Spiele konnten in ihrer Schwierigkeit besonders brutal sein, und wenn der Entwickler keinerlei Hilfe vorsah, blieb den Spielern nur die Möglichkeit, ein externes Cheat-System zu verwenden. Die drei bekanntesten Namen auf dem Markt waren Action Replay, GameShark und das Game Genie, das von Nintendo so sehr abgelehnt wurde, dass das Unternehmen sogar einen seiner ursprünglichen Händler verklagte. Heute schauen wir uns die Funktionsweise des Game Genie genauer an, und um ehrlich zu sein, ist sie viel komplizierter, als wir denken …
Es gibt einen alten Begriff, um die Schwierigkeit klassischer Spiele zu beschreiben, und zwar „Nintendo Hard“. Battletoads, das erste Contra ohne Konami-Codes, Castlevania, Ghosts 'n Goblins, Ninja Gaiden, Mega Man, TMNT, Punch-Out! … alles Titel, die gnadenlos waren, wenn es sie überhaupt gab. Die Idee war, dass der Spieler immer wiederkommen sollte, aber in vielen Fällen war die Frustration so groß, dass die Spiele liegen blieben. Natürlich … die maximale Schwierigkeit war nicht nur Nintendo vorbehalten.
Die übrigen Plattformen blieben nicht zurück, und die Suche nach Cheats war allgegenwärtig. Seien wir ehrlich: Die meisten Videospiel-Publikationen in den 80er- und 90er-Jahren existierten, um Tricks, Schummeleien und Abkürzungen zu teilen. Doch das bekam eine neue Dimension mit dem Erscheinen der „Cheat-Systeme“, unter denen das Game Genie hervorsticht.
Die Funktionsweise des Game Genie
Das Video erklärt alle technischen Details zur Interaktion zwischen dem Game Genie und den verschiedenen Plattformen, für die es veröffentlicht wurde. Wesentliche Eigenschaften wie der Prozessor der Konsolen und die Verwendung von „Bank Switching“ veränderten seine Funktionsweise grundlegend, aber vereinfacht können wir sagen, dass das Game Genie ist ein „Mann in der Mitte“ der die Kommunikation zwischen der ROM des Moduls und der Konsole abfängt.
Der Spieler musste lediglich einen speziellen Code eingeben, um ein paar Bytes zu verändern, die mit einem Element im Spiel verbunden sind, zum Beispiel die Anzahl der verfügbaren Leben oder die verbleibende Zeit. Wenn der Prozessor etwas aus der ROM ausführen oder lesen muss, wird der Wert im Modul in einem internen Register gespeichert. Die Aufgabe des Game Genie ist es, jeden ROM-Zugriff zu überwachen, und wenn einer der Codes eine Speicheradresse betrifft, „entführt“ es das Signal, um es durch einen anderen Wert zu ersetzen.
Diese Technik bewirkt, dass ein Code jeweils nur einen Speicherbereich lesen und/oder verändern kann. Daher akzeptierte das Game Genie höchstens drei bis fünf Codes. Das „Bank Switching“ macht die Sache noch komplizierter, denn beim „Umschalten“ entspricht eine identische Speicheradresse nicht immer demselben ROM-Wert. Das Game Genie hatte keine Möglichkeit zu wissen, welcher ROM-Bank in den Speicher abgebildet war, und seine Teillösung bestand darin, dem Code einen zusätzlichen Vergleichswert (oder eine Integritätsprüfung) hinzuzufügen.
Das Game Genie war für NES, Game Boy, Sega Game Gear, Super Nintendo und Genesis/Mega Drive erhältlich. Viele Spieler glauben immer noch, dass Action Replay und GameShark die besseren Optionen sind (das Erstellen eigener Codes bereitete nicht so viele Kopfschmerzen), aber damals war jeder Cheat willkommen, egal welches System verwendet wurde.