Google Maps schätzt den aktuellen Verkehr anhand aggregierter Standortdaten von Menschen, die mit der App navigieren. Für Android beschreibt Google auch, wann Navigationsdaten erfasst werden: kurz nach dem Start der Abbiege-Navigation oder sobald man sich mit geöffneten Übersichtshinweisen auf einer Route bewegt. Eine feste Geschwindigkeitsschwelle für das Ende eines Staus nennt Google nicht.

Das ist wichtig, weil eine Verkehrsanzeige eine Schätzung der aktuellen Straßenlage ist. Eine Prognose für den weiteren Streckenverlauf ist eine andere Berechnung.

Wie Google Maps den aktuellen Verkehr schätzt

Google zufolge helfen aggregierte Standortdaten von Menschen, die mit Google Maps navigieren, dabei, die aktuelle Verkehrslage auf Straßen einzuschätzen. Die Daten aus einzelnen Fahrten fließen also in ein Gesamtbild ein. Google veröffentlicht in seiner Erklärung keine Mindestzahl an Geräten, die für eine solche Schätzung nötig wäre. Google erläutert die Verkehrs- und Routenprognosen von Maps.

Welche Navigationsdaten Google für Android beschreibt

Google nennt GPS-Standort, Routendetails und Daten von Gerätesensoren als Navigationsdaten. Für die Abbiege-Navigation beginnt die Erfassung laut Google kurz nach dem Start. Bei den übersichtlichen Routenhinweisen beginnt sie kurz nachdem man sich mit geöffneter Maps-App auf der Route in Bewegung setzt. Nach der Ankunft oder beim Beenden der Navigation endet diese Erfassung. Google beschreibt den Datenfluss bei der Maps-Navigation.

Der Google-Konto-Standortverlauf, auch Timeline genannt, ist eine separate Einstellung. Ist sie aktiviert, kann sie präzise Standortdaten im Hintergrund speichern. Das ist nicht dasselbe wie die von Google beschriebene Erfassung von Navigationsdaten für den Verkehr. Google zufolge werden Navigationsdaten nach der Verarbeitung gelöscht; Kartenaktualisierungen verknüpft das Unternehmen nicht mit einem Google-Konto oder Gerät. Google erklärt den Standortverlauf als separate Kontoeinstellung.

Live-Verkehr und spätere Prognosen

Eine aktuelle Verkehrsschätzung beschreibt die Lage während der Fahrt. Für eine Vorhersage weiter vorn auf der Route kombiniert Google nach eigener Darstellung Live-Verkehrsdaten mit historischen Verkehrsmustern und maschinellem Lernen. Diese Erklärung veröffentlichte Google 2020. Das Unternehmen nannte darin auch Graph Neural Networks, eine Methode des maschinellen Lernens, im Zusammenhang mit einer Zusammenarbeit mit Google DeepMind. Googles Erklärung zu Prognosen und Routenwahl beschreibt diesen Ansatz.

Meldungen zu Störungen in Google Maps

Auf Android können Fahrende in Google Maps unter anderem Unfälle, Verzögerungen, Baustellen, gesperrte Fahrspuren und Gegenstände auf der Straße melden. Google führt außerdem Meldungen zu Überschwemmungen, schlechter Sicht und nicht geräumten Straßen auf. Welche Meldetypen verfügbar sind, kann je nach Land variieren. Während der Navigation lassen sich auch bestehende Meldungen bestätigen. Google listet die Verkehrsmeldungen in seiner Android-Hilfe auf.

Wo Maps einen Stau enden lässt

Google beschreibt, wie aggregierte Navigationsdaten in aktuelle Verkehrsschätzungen einfließen, nennt aber keine feste Geschwindigkeitsschwelle oder genaue Segmentregel für das Ende eines Staus. Wenn die Anzeige auf einer Straße von stockendem Verkehr zu flüssigerem Verkehr wechselt, ist es naheliegend, dass Maps dort eine andere geschätzte Verkehrslage abbildet. Das ist eine Schlussfolgerung aus der Anzeige, keine von Google veröffentlichte Regel für den Stau-Endpunkt.