Heutzutage suchen die großen Marken (fast verzweifelt, muss ich hinzufügen) die Unterstützung von Künstlern und Sportlern, um ihre Produkte zu bewerben und ihre Präsenz auf dem Markt zu erweitern. Früher jedoch neigten sie zu Fachleuten aus anderen Bereichen, mit einer gewissen Vorliebe für Ärzte. Eines der Unternehmen, das das Image des klassischen Arztes am stärksten ausnutzte, war R. J. Reynolds Tobacco Company mit ihrer weltberühmten Marke Camel, die mit ganzseitigen Anzeigen ihre Zigaretten als die Favoriten der „Männer in Weiß“ pries.
Als ob das nicht genug wäre, starteten ihre Anzeigen auch die Herausforderung, Camel-Tabak 30 Tage lang in der „T-Zone“ zu testen („T for Throat, T for Taste“), die immer mit Bildern von Frauen dargestellt wurde. Frauen wurden in jener Zeit zu einem vorrangigen Ziel der Industrie, die Hausfrauen davon zu überzeugen versuchte, gelegentliche Schokoladen oder Bonbons durch eine Zigarette am Ende des Tages zu ersetzen.
Die „More Doctors“-Kampagne erstreckte sich von 1946 bis 1952. Camel erhielt einige Warnungen (die „Umfragen“ wurden von der Werbeagentur von R. J. Reynolds, der William Esty Company, inszeniert), und die wissenschaftlichen Beweise gegen den fortgeschrittenen Zigarettenkonsum häuften sich. Dennoch kam das Unternehmen im Wesentlichen ungeschoren davon ... und war nicht das einzige.
Der Artikel „The Doctors’ Choice Is America’s Choice“ von Martha N. Gardner und Allan M. Brandt erweitert den Werbezeitraum von 1930 bis 1954 und enthält Beispiele anderer Marken wie Lucky Strike, L&M und Philip Morris. R. J. Reynolds war also nicht der Erste, der dieses Spiel spielte, aber es beherrschte es vollkommen ...
Galerie: Die Anzeigen
„The Doctors' Choice is America's Choice“: Zum Artikel
Quelle: Vintage Everyday