RobotPulse berichtete am 19. Oktober 2026, Anthropic wolle seinen Entwurf für ein US-Gesetz zur KI-Sicherheit überarbeiten. Der Bericht schrieb Anthropic-Manager Anthony Cimino die Absicht zu, die Rolle der Bundesstaaten, die Risikoschwellen, die Meldung von Vorfällen und die Vorschläge zu unabhängigen Prüfungen neu zu bewerten. POLITICO hatte am 16. Oktober unter Berufung auf drei mit dem Vorhaben vertraute Personen berichtet, Anthropic-Vertreter hätten US-Abgeordneten einen vertraulichen Entwurf vorgestellt. Er ist keine geltende Regelung.
NeoTeo berichtete zuvor über Anthropics Vorschlag für richterlich angeordnete KI-Sperren. Der von POLITICO beschriebene Entwurf umfasst neben dem möglichen Aussetzungsverfahren weitere Prüf- und Meldepflichten.
Welche Änderungen Anthropic laut RobotPulse plante
Cimino zufolge sollte Anthropic die Rolle der Bundesstaaten klarer regeln, die Schwellenwerte neu bewerten und die Vorschläge zu Vorfallmeldungen und unabhängigen Prüfern stärken. Die Angaben beschreiben eine geplante Überarbeitung des Entwurfs.
Welche zusätzlichen Pflichten der Entwurf vorsieht
Laut POLITICO sollten KI-Labore Sicherheitsrahmenwerke erstellen und Transparenzberichte zu neuen Frontier-Modellen veröffentlichen, also zu besonders leistungsfähigen KI-Modellen. Der Entwurf sah außerdem Schutz für Hinweisgeber und Meldungen kritischer Sicherheitsvorfälle an das US-Handelsministerium vor.
Anthropic erklärte laut POLITICO, der Entwurf greife Vorschläge aus dem unternehmenseigenen Advanced AI Framework auf; der Kongress solle die Maßnahmen beschließen.
So könnte ein Modell ausgesetzt werden
Der vorgeschlagene Aussetzungsweg wäre an eine vorhersehbare, unmittelbar drohende Gefahr gebunden: Schäden von mehr als einer Milliarde US-Dollar oder die Gefahr, dass mehr als 50 Menschen getötet oder schwer verletzt werden. Als erfasste Risiken nennt POLITICO die Entwicklung oder Freisetzung einer biologischen Waffe, ein Modell, das die Kontrollen seines Entwicklers umgeht, oder einen Cyberangriff. Diese Schwellen beziehen sich auf das im Entwurf beschriebene Verfahren zur Aussetzung eines Modells.
Registrierte unabhängige Prüfer sollten Labore und Frontier-Modelle regelmäßig bewerten. Ein Labor dürfte die Prüfer bezahlen, sofern die Vergütung nicht vom Ergebnis der Prüfung abhinge. Stellte eine abgeschlossene Bewertung ein unmittelbar drohendes Risiko aus den genannten Kategorien fest, müssten die Prüfer das US-Handelsministerium binnen 72 Stunden benachrichtigen.
Das Ministerium könnte daraufhin bei einem Bundesgericht im District of Columbia die Aussetzung beantragen. Anordnen könnte sie ein Bundesrichter. Nach dem Bericht dürfte in diesem Verfahren keine andere US-Bundesbehörde die Entwicklung, den Einsatz oder die interne Nutzung eines Modells aussetzen.
Welche Regeln einzelner Bundesstaaten betroffen wären
Der Entwurf würde einige einzelstaatliche Vorgaben zu öffentlichen Risikoinformationen, unabhängigen Prüfungen und Meldungen kritischer Vorfälle verdrängen. POLITICO zufolge ähnelt die Risikosprache derjenigen kalifornischer KI-Gesetze, darunter SB 53. Die berichtete Verdrängung beträfe die genannten Regelungsbereiche.