Am 1. November 2026 veröffentlichte Business Insider Einschätzungen dreier Fachleute zu Anthropics Spendenplänen. Für den Aktienabgleich bei Mitarbeiter-Spenden hatte Dealroom zuvor einen nicht zahlungswirksamen Aufwand von mehr als 660 Millionen US-Dollar für den Zeitraum von Oktober 2025 bis März 2026 beziffert.
Der Aktienabgleich verursachte einen hohen nicht zahlungswirksamen Aufwand
Dealroom berichtete am 4. Oktober 2026, die Aktien für den Abgleich von Mitarbeiter-Spenden hätten in den sechs Monaten von Oktober 2025 bis März 2026 einen Aufwand von mehr als 660 Millionen US-Dollar verursacht. Die von Dealroom genannten Zahlen gingen laut dem Bericht auf Angaben zurück, die Anthropic Investoren zufolge potenziellen Investoren mitgeteilt hatte.
Nach Dealrooms Darstellung wurde dieser Aufwand bei der Berechnung des bereinigten operativen Gewinns nicht berücksichtigt. Die Ausgabe neuer Aktien verwässerte dem Bericht zufolge außerdem die Anteile anderer Aktionäre. Der Betrag misst damit den Aktienaufwand für Mitarbeiter-Spenden in diesem Zeitraum; er ist nicht dieselbe Kennzahl wie die separat gemeldeten Spendenbeiträge für 2025.
Die berichteten Beiträge für 2025 sind eine andere Kennzahl
Für das Kalenderjahr 2025 nannte Dealroom unter Berufung auf investorenbezogene Angaben 540 Millionen US-Dollar an wohltätigen Beiträgen von Anthropic. Zum Vergleich führte der Bericht 109 Millionen US-Dollar für BlackRock an.
| Unternehmen | Berichtete wohltätige Beiträge 2025 |
| Anthropic | 540 Mio. US-Dollar |
| BlackRock | 109 Mio. US-Dollar |
Business Insider berichtete außerdem, sieben Mitgründer hätten zugesagt, 80 Prozent ihrer persönlichen Anthropic-Aktien für wohltätige Zwecke zu spenden. Den möglichen Gesamtwert dieser Zusagen bezifferte der Bericht auf bis zu 80 Milliarden US-Dollar. Für einen Fonds zum öffentlichen Wohl seien demnach 5 Prozent des Eigenkapitals vorgesehen; außerdem sollte für jeden anhaltenden Kursanstieg um 50 Prozent gegenüber dem IPO-Preis eine zusätzliche Zuteilung von 2 Prozent folgen. Yahoo Finance berichtete, die vorgeschlagene Zuteilung von 5 Prozent der Aktien sei von der Zustimmung der Aktionäre abhängig.
Auch für Beschäftigte beschrieb Business Insider unterschiedliche Bedingungen: Wer vor Mai 2024 eingestellt wurde, sollte Aktien-Spenden bis zu 50 Prozent abgeglichen bekommen; für später Eingestellte galt dem Bericht zufolge ein Satz von 25 Prozent. Unter den früher Eingestellten hätten 70 Prozent einen Teil ihres Eigenkapitals zugesagt, 25 Prozent den vollen für den Abgleich berechtigten Betrag. Bei den später Eingestellten seien es knapp 50 beziehungsweise knapp 30 Prozent gewesen.
Zusätzlich waren laut Business Insider Class-E-Aktien mit begrenzten Stimmrechten und ohne wirtschaftlichen Wert vorgesehen. Beschäftigte sollten demnach je sechs Monate Betriebszugehörigkeit eine solche Aktie und für jede zur Spende zugesagte Stammaktie eine weitere erhalten. Den übrigen Inhalt der S-1-Einreichung zu Geschäftszahlen und Infrastrukturverträgen fasst NeoTeos früherer Überblick zu Anthropics S-1 zusammen.
Welche Maßstäbe Fachleute an die Pläne anlegen
Vandana Arcot, Gründerin und Geschäftsführerin der Philanthropieberatung Komselj, bewertete die Gestaltung der Pläne positiv. Für die Rechenschaftspflicht komme es ihrer Einschätzung nach darauf an, wer über den Fonds entscheidet, wie Empfänger ausgewählt werden und welche Informationen veröffentlicht werden.
Bella DeVaan von der Charity Reform Initiative sagte, die Zusagen der Mitgründer seien nicht rechtlich bindend und könnten widerrufen werden. Freiwillige Spenden seien aus ihrer Sicht kein Ersatz für strukturelle Reformen.
Hans Peter Schmitz, Professor für Nonprofit Leadership an der North Carolina State University, deutete die Zusagen als mögliche Maßnahme zur Pflege des öffentlichen Images. Er hielt außerdem für möglich, dass die Pläne nicht umgesetzt oder die Mittel auf wenige Themen konzentriert würden. Das sind seine Einschätzungen, keine festgestellten Motive oder Ergebnisse von Anthropic.