Arturo Béjar kritisiert Instagrams Umgang mit Jugendlichen und schildert, wie die Erfahrungen seiner Tochter ihn dazu brachten, Sicherheitsfragen intern anzusprechen. Eine am 26. August 2026 in Kalifornien eingereichte Vereinbarung beschreibt Schutzregeln für jugendliche Nutzer von Instagram und Facebook in den beteiligten US-Bundesstaaten. Sie soll nach gerichtlichem Erlass des Beschlusses wirksam werden.

Warum Arturo Béjar zu Instagram zurückkehrte

Béjar zufolge berichtete seine Tochter ihm um 2018, dass sie und Freundinnen auf Instagram unerwünschte Annäherungen, sexistische Kommentare und Belästigung erlebt hätten. Auf Meldungen sei aus ihrer Sicht keine wirksame Hilfe gefolgt. Diese Erfahrungen hätten ihn dazu bewegt, sich erneut mit dem Schutz junger Nutzer zu befassen.

Béjar leitete von 2009 bis 2015 Sicherheits- und Betreuungsarbeit bei Facebook. Von 2019 bis 2021 arbeitete er als unabhängiger Berater für das Wohlbefinden-Team von Instagram. In dieser Rolle wollte er nach eigener Darstellung besser verstehen, wie Jugendliche problematische Kontakte erlebten und welche Unterstützung ihnen fehlte.

Béjars Warnung und die Umfragewerte

Am 5. Oktober 2021 schrieb Béjar nach eigener Darstellung Mark Zuckerberg und weiteren Facebook-Führungskräften. Er wies auf eine Lücke im Umgang des Unternehmens mit schädlichen Erfahrungen hin und führte Umfragewerte an.

Nach den von Béjar angeführten Zahlen gaben 24,4 Prozent der Instagram-Nutzer im Alter von 13 bis 15 Jahren an, in den vorangegangenen sieben Tagen unerwünschte Annäherungen erhalten zu haben. 21,8 Prozent dieser Altersgruppe berichteten für denselben Zeitraum von Mobbing. Es handelt sich um Ergebnisse einer von Béjars Team beschriebenen Umfrage, nicht um eine Aussage über alle Jugendlichen.

Die Sicherheitswerkzeuge, die Béjar vorschlug

Arturo Béjar schildert seine Aussage vor einem US-Senatsausschuss und seine Kritik an Instagrams Sicherheitswerkzeugen

Béjar sagte, er habe Werkzeuge vorgeschlagen, mit denen Jugendliche eine Unterhaltung als unerwünschte Annäherung melden könnten. Er schilderte außerdem, dass solche Ideen interne Produktprüfungen nicht durchlaufen hätten. Seine Kritik richtete sich damit sowohl auf die gemeldeten Erfahrungen als auch auf den Weg, über den Instagram auf sie reagieren sollte.

Was die in Kalifornien eingereichte Vereinbarung vorsieht

Die Vereinbarung gilt für jugendliche Nutzer im Alter von 13 bis 17 Jahren, deren Alter angegeben oder prognostiziert ist, und erfasst Facebook und Instagram in den beteiligten Bundesstaaten. Bestimmte Funktionen, darunter Direktnachrichten, sind ausgenommen. Der eingereichte Text beschreibt mehrere Schutzmaßnahmen mit unterschiedlichen Zeiträumen und Ausnahmen.

Die Vereinbarung und der vorgeschlagene gerichtliche Beschluss legen als Wirksamkeitsdatum den ersten Werktag nach dem gerichtlichen Erlass des Beschlusses fest.

MaßnahmeBestimmungen der VereinbarungGeltungsbereich und Bedingungen
Tägliche Nutzung, Phase IStandardmäßig höchstens zwei kumulierte Stunden pro Tag über die erfassten Meta-Plattformen hinweg.Langform-Inhalte, Nachrichten und Einstellungen sind ausgenommen; Inhalte, die über Einstellungen aufgerufen werden, zählen mit. Weniger strenge Limits benötigen die Zustimmung eines verantwortlichen Elternteils.
Nächtlicher Zugriff und MitteilungenDer Zugriff soll standardmäßig von Mitternacht bis 6 Uhr gesperrt sein; Push-Mitteilungen sollen von 22 bis 7 Uhr ausbleiben.Zeiten beziehen sich auf die lokale Gerätezeit. Eltern können die Einstellung ändern; dringende Mitteilungen zur Kontosicherheit oder Plattformintegrität sind ausgenommen.
SchulmodusPush-Mitteilungen sollen während der festgelegten Schulzeiten ausbleiben.Vorgesehen sind Montag bis Freitag von 8 bis 15 Uhr, jeweils vom 15. August bis zum 15. Juni. Eltern können die Zeiten anpassen. Ausnahmen gelten für Mitteilungen zu Nachrichten, Kontosicherheit und Plattformintegrität.
Pausen und NutzungshinweiseStandardpausen nach 60 und 90 Minuten kumulierter täglicher Nutzung sowie ein Hinweis nach einer 15-minütigen ununterbrochenen Sitzung.Die Maßnahmen sollen innerhalb von vier Monaten nach dem Wirksamkeitsdatum greifen. Jugendliche oder Eltern können strengere Einstellungen wählen; weniger strenge Einstellungen erfordern die Zustimmung der Eltern.
Bearbeitung von MeldungenFür bestimmte potenziell schädliche Meldungen soll in mindestens 90 Prozent der Fälle innerhalb von sechs Stunden eine Entscheidung erfolgen.Vorgesehen sind Meldemöglichkeiten in der App, etwa für unerwünschte, beleidigende oder bedenkliche Inhalte. Die Fristregel gilt für Meldungen auf Englisch oder Spanisch.
Zeitlimits, Phase IIHöchstens 60 Minuten täglich pro Meta-Plattform und maximal 120 Minuten insgesamt.Diese Phase hängt von der in der Vereinbarung beschriebenen Bedingung einer branchenweiten Einführung ab. Dieselben Ausnahmen für Langform-Inhalte, Nachrichten und Einstellungen gelten.

Metas Stellungnahme und der Umfang der Vereinbarung

Meta bestritt im Verfahren Fehlverhalten und verwies auf Teen Accounts sowie weitere Werkzeuge zur Unterstützung Jugendlicher und ihrer Eltern. Die Vereinbarung hält ausdrücklich fest, dass sie kein Eingeständnis von Haftung, Fehlverhalten oder Rechtsverstößen durch Meta darstellt.