Berichten vom 8. Oktober 2026 zufolge soll die Beratung über eine EU-weite Zulassung von Teslas überwachtem Full Self-Driving-System (FSD) frühestens im Dezember 2026 wieder aufgenommen werden. Es geht um die Ausweitung einer niederländischen nationalen Genehmigung auf die gesamte EU. Eine Freigabe für die gesamte Union ist damit noch nicht beschlossen.

Was eine EU-weite Zulassung ändern würde

Die niederländische Zulassungsbehörde RDW habe das System national zugelassen und unterstütze den Antrag, diese Genehmigung auf die EU auszuweiten, heißt es in den Berichten. Für das Verfahren seien demnach mindestens 15 EU-Staaten nötig, die zusammen 65 Prozent der Unionsbevölkerung vertreten.

Deutschlands Position: zügig weiterberaten

Am 6. Oktober 2026 erklärte das Bundesverkehrsministerium, Verkehrsminister Steffen Bilger wolle sich für eine zeitnahe EU-weite Genehmigung einsetzen. Bei Gesprächen mit Tesla im September seien technische Fragen und Haftung Thema gewesen.

Nach Angaben des Ministeriums bot Tesla an, das System in „Tesla Assisted Driving“ umzubenennen, weil „FSD“ den Eindruck erwecken könne, das Fahrzeug übernehme die gesamte Fahraufgabe. Das Ministerium beschrieb außerdem eine Verständigung mit Tesla, nach der das System das geltende Tempolimit um höchstens 10 Prozent überschreiten könnte.

Der Fahrer muss aufmerksam bleiben und trägt weiterhin die Verantwortung. Das System übernimmt die Fahraufgabe also nicht vollständig.

Was die niederländische Prüfung erfasste

Berichten zufolge dauerte die RDW-Prüfung mehr als 18 Monate und umfasste 3.000 Arbeitsstunden, mehr als 1.000 Tests sowie Daten aus 1,8 Millionen Kilometern auf Teststrecken und öffentlichen Straßen.

Sieben Verkehrssicherheitsforscher stellten den Berichten zufolge infrage, ob indirekte Kennzahlen wie starkes Bremsen, Hupen oder Blinken eine Verringerung tödlicher Unfälle belegen. Die Debatte dreht sich damit auch darum, welche Aussage sich aus solchen Indikatoren über die Sicherheit des Systems ableiten lässt.