Inoffizielle, auf bbport basierende Windows-Builds führen Bloodborne auf dem PC aus. Sie starten den originalen x86-64-Spielcode direkt, verwenden für benötigte Systemfunktionen aber eine eigene Laufzeitumgebung und übersetzen die Grafik nach Vulkan. Das Supermedo-Projekt erklärt, nicht mit Sony Interactive Entertainment oder FromSoftware verbunden zu sein.

Der Linux-Ableger auf Steam Deck war Thema unseres früheren Berichts. Hier geht es um die eigenständigen Windows-Builds und darum, was ihre Technik und Einstellungen für PC-Spieler bedeuten.

Was „nativ“ bei bbport bedeutet

„Nativ“ bezieht sich bei diesen Projekten auf die Ausführung des CPU-Codes: Der x86-64-Code des PS4-Spiels läuft direkt auf der PC-CPU. Eine eigens für Bloodborne vorgesehene Laufzeitumgebung übernimmt Systemfunktionen, die das Spiel benötigt. Für die Grafik kommt ein anderer Weg zum Einsatz: Ein von shadPS4 abgeleiteter Renderer übersetzt sie nach Vulkan.

Der Begriff beschreibt also keine neu aus dem Originalquellcode entwickelte PC-Version. CPU-Ausführung, Systemfunktionen und Grafikverarbeitung sind getrennte Bestandteile des Ansatzes.

Zwei Windows-Builds, unterschiedliche Voraussetzungen

Die Windows-Dokumentation von Supermedo und das separate Projekt von MrSuS60 nennen unterschiedliche Anforderungen. Die Angaben der beiden Projekte lassen sich nicht zu einer gemeinsamen Mindestkonfiguration zusammenfassen.

ProjektWindows-BasisWeitere dokumentierte AnforderungenGrafik und Skalierung
SupermedoWindows 10 ab Version 1903 oder Windows 11, jeweils 64-BitVulkan-1.3-fähige Grafikkarte mit aktuellem Treiber; etwa 6 GB freier Speicher aus RAM und Auslagerungsdatei, bei 1440p- oder 4K-Ausgabe 10 GBVulkan-Renderer auf Basis von shadPS4; FSR 3.1 und FSR 4, DLSS für GeForce RTX ab der 20er-Serie sowie TAA bei nativer Auflösung
MrSuS60Windows 10 oder 11, jeweils 64-Bitx86-64-Prozessor mit AVX2; Python 3.10 oder neuer für Patch-Compiler und Launcher; Vulkan-1.3-GPU. Genannt werden NVIDIA GeForce GTX ab der 10er-Serie, AMD Radeon RX ab der 400er-Serie oder Intel Arc der A-SerieVulkan-Grafik auf Basis von shadPS4; FSR 3.1 und FSR 4

Launcher: Grafikoptionen und Steuerung

Bloodborne unter Windows: Was die inoffiziellen Builds leisten
Die portugiesischsprachige Demonstration zeigt die Einrichtung des Windows-Launchers und anschließendes Bloodborne-Gameplay.

Der Launcher von Supermedo bündelt unter anderem Bildraten-, Auflösungs- und Skalierungsoptionen. Für NVIDIA DLSS nennt das Projekt GeForce-RTX-Karten ab der 20er-Serie; außerdem führt es AMD FSR 3.1 und FSR 4 sowie TAA bei nativer Auflösung auf. Die konkrete Auswahl hängt damit auch von der Grafikkarte ab.

Die Projektangaben führen Tastatur und Controller als Eingabemöglichkeiten auf. Das Einstellungsmenü lässt sich laut Supermedo mit der Taste Einfügen oder über L3+R3 öffnen.

FPS-Modi sind Einstellungen, keine Messwerte

Supermedos Launcher bietet feste Modi mit 30, 60 oder 90 FPS sowie eine unbegrenzte Einstellung. Standardmäßig ist eine Obergrenze von bis zu 120 FPS vorgesehen. Das sind wählbare Einstellungen; sie sagen für sich genommen nicht aus, welche Bildrate ein bestimmter PC im Spiel erreicht. Das Projekt weist außerdem darauf hin, dass sich die Bewegung im Spiel bei mehr als etwa 120 FPS verlangsamt.

Spieldateien und bekannte Eigenheiten

Die Windows-Builds enthalten keine Bloodborne-Spieldateien. Nutzer müssen einen eigenen entschlüsselten Spieldump mit der Kennung CUSA03173 bereitstellen. Für die von Supermedo aufgeführten Community-Patches ist Version 1.09 erforderlich; andere Versionen laufen laut Projekt mit 30 FPS. MrSuS60 nennt ebenfalls CUSA03173 in Version 1.09 für den eigenen Build.

Supermedo führt einen leeren Charakter-Vorschaubereich während der Charaktererstellung als bekannte Eigenheit auf. Der Charakter werde dennoch korrekt erstellt und sehe im Spiel richtig aus. Bei einigen AMD-Grafikkarten könne es laut Projekt außerdem beim Laden der Spielwelt zu Abstürzen kommen.