Die britische Aufsichtsbehörde Independent Chief Inspector of Borders and Immigration (ICIBI) soll die Open Rights Group (ORG) um Informationen zu KI in der Asylbearbeitung gebeten haben, als sie ihre Prüfprioritäten für 2027 vorbereitete. Ein Bericht vom 27. Oktober 2026 beschrieb den Schritt als mögliche Prüfung zweier Werkzeuge des Home Office.

Welche Aufgaben ACS und APS übernehmen

Asylum Case Summarisation (ACS) fasst Protokolle von Asylinterviews zusammen. Asylum Policy Search (APS) durchsucht Informationen zur Lage in Herkunftsländern und fasst sie zusammen. Das Home Office erklärte, geschulte Sachbearbeiter träfen die Asylentscheidungen und die Werkzeuge könnten nicht allein eingesetzt werden.

Wie ORG und das Home Office die Qualität bewerten

In der Auswertung eines ACS-Pilotprojekts wurde eine Fehlerquote von 9 Prozent genannt. ORG sagte, der Anteil der ACS-Zusammenfassungen, den die Organisation für nicht verwendbar hielt, sei deutlich höher. ORG kritisierte außerdem fehlende Qualitätskontrollen für APS-Zusammenfassungen. Das Home Office erklärte, es überwache die Leistungsfähigkeit der Werkzeuge regelmäßig im Rahmen seiner Qualitätssicherung.

Die Information Commission untersuchte laut Bericht einen separaten Vorgang: Das Home Office hatte ORG nicht darüber informiert, wie Mitarbeitende die Werkzeuge einsetzen und wie sie dafür geschult wurden.

Gesichtsaltersschätzung ist ein anderes Verfahren

Bei der Gesichtsaltersschätzung geht es um die Einordnung strittiger Altersangaben. ACS fasst dagegen Interviewprotokolle zusammen, während APS Informationen zur Lage in Herkunftsländern aufbereitet.