Das nächste große Ziel für alle, die Supercomputer entwerfen und bauen, ist es, die ExaFLOP-Grenze zu durchbrechen. Die ursprünglichen Prognosen rechneten mit den ersten Systemen im Jahr 2018, doch China hat beschlossen, ein wenig aufs Gaspedal zu treten: Das Land kündigt an, den Bau seiner neuen „Exascale“-Plattform noch vor Jahresende abzuschließen. Technisch gesehen wird der Supercomputer erst im Jahr 2020 in Aktion treten, doch wenn das Tempo gehalten wird, wäre der Rote Riese des Ostens das erste Land, das eine historische Decke für die Welt der Informatik durchstößt.
Das große Ziel: die ExaFLOP-Grenze
Mit der vollkommen stagnierenden Top500-Liste und dem Supercomputer auf Platz eins, der dreimal so viel Rechenleistung bietet wie sein direkter Verfolger, rechnen nicht wenige mit großen Verzögerungen beim ersten Exascale-System. Unter Extrembedingungen kann der chinesische TaihuLight 125,4 PetaFLOPS liefern. Wenn mich Erinnerung und Mathematik nicht täuschen, ist ein ExaFLOP tausend TeraFLOPS – es wäre also nötig, die Leistung des TaihuLight zu verachtfachen. Schwierig? Sehr. Unmöglich? Sicherlich nicht. Tatsächlich arbeitet China mit Hochdruck daran, seinen nächsten Flaggschiff-Supercomputer fertigzustellen, und der letzten offiziellen Ankündigung zufolge wird der Prototyp noch vor Jahresende fertig sein.
Chinas Pläne für das Exascale-System
Die Meldung der Nachrichtenagentur Xinhua besagt, dass die Plattform laut Zhang Ting vom Nationalen Supercomputerzentrum in Tianjin 200-mal leistungsfähiger sein wird als der Tianhe-1 – die Revision Tianhe-1A erreichte 2010 einen Spitzenwert von 4,7 PetaFLOPS –, weitere technische Details gibt es nicht. Einerseits wird spekuliert, dass der neue Supercomputer den Namen Tianhe-2A tragen wird, doch jede Idee, das alte System zu erweitern oder aufzurüsten, ist wegen des US-Embargos ausgeschlossen. Andererseits würde dieser Exascale-Supercomputer nicht die SW26010-Prozessoren der Sunway-Architektur übernehmen, die im TaihuLight zum Einsatz kommen. Der Name, der am häufigsten genannt wird, ist der des Matrix2000 GPDSP-Beschleunigers.
Bis 2020 in Betrieb
Es ist jedoch eine Sache, den Prototyp fertigzustellen, und eine ganz andere, ihn in Betrieb zu nehmen. Dafür werden noch drei weitere Jahre nötig sein, sodass sein offizielles Debüt irgendwann im Jahr 2020 ansteht. Dieses Detail verschafft den US-Initiativen etwas Spielraum, doch die Prognosen für ihre eigenen Exascale-Supercomputer reichen noch weiter hinaus – 2023 im besten Fall.