China hat die Entwicklung eines Prototyps für Tianwen-3 begonnen und plant ein Labor zum Schutz der Marsproben. Außerdem sind acht wahrscheinliche Landegebiete in die engere Auswahl gekommen. Die Chinesische Akademie der Wissenschaften berichtete am 8. September 2026 über diese Pläne der Mission, die eigene Marsproben zur Erde bringen soll.
So soll Tianwen-3 Marsproben sammeln und zurückbringen
China peilt den Start um 2028 und die Rückkehr der Proben um 2031 an. Dafür sind zwei Starts mit Trägerraketen vom Typ Long March 5 vom Raumfahrtzentrum Wenchang vorgesehen. Tianwen-3 soll aus einem Lander, einer Aufstiegsstufe, einer Servicekapsel, einem Orbiter und einem Wiedereintrittsmodul bestehen.
Die acht wahrscheinlichen Landegebiete waren laut Hou Zengqian, dem Chef-Wissenschaftler der Mission, bis zur Mitteilung im September 2026 vorausgewählt. Eine von CNN zitierte Studie aus dem Jahr 2024 hatte zuvor 86 mögliche Standorte aufgeführt. Die Zahlen beziehen sich auf verschiedene Zeitpunkte und Auswahlstufen.
Geplant sind Bohrungen bis zu zwei Metern Tiefe. Hou zufolge soll die Entnahme aus tieferen Schichten mögliche Biosignaturen vor Schäden durch Strahlung, Oxidation und Verwitterung an der Oberfläche schützen.
Wozu das geplante Schutzlabor dient
Der planetare Schutz soll Verunreinigungen in beide Richtungen verhindern: Erdlebewesen sollen den Mars nicht kontaminieren, und zurückgebrachtes Marsmaterial soll die Erde nicht verunreinigen. Außerdem soll das Labor verhindern, dass irdische Rückstände die Marsproben verschmutzen. Das ist für die wissenschaftliche Analyse entscheidend: Eine Probe soll Aufschluss über den Mars geben, nicht über Verunreinigungen, die sie auf dem Weg zur Erde aufgenommen hat.
Sapphire Canyon: möglicher Biosignatur-Kandidat
Perseverance entnahm den Kern Sapphire Canyon im Juli 2024 aus dem Gestein Cheyava Falls im Neretva Vallis. Der Rover bewahrte die Probe an Bord auf, wie CNN am 12. Oktober 2026 berichtete.
Die dunklen Flecken und hellen Strukturen auf Cheyava Falls gelten als mögliche Biosignatur – also als Merkmal, das auf früheres Leben hindeuten könnte. Adrian Broz aus dem Wissenschaftsteam von Perseverance bezeichnete sie laut CNN als potenziell biologisch relevant. Chemische oder geologische Prozesse ohne Beteiligung von Lebewesen könnten ähnliche Merkmale jedoch ebenfalls hervorbringen. Briony Horgan, Planetenforscherin an der Purdue University, erklärte gegenüber CNN, dass eine sichere Einordnung erst durch Laboranalysen zurückgebrachter Proben möglich sei.
Was mit den NASA-Proben geschehen soll
Der am 2. Mai 2025 veröffentlichte US-Haushaltsantrag für das Fiskaljahr 2026 sah vor, das Mars Sample Return Program wegen seiner Kosten zu beenden. Als Begründung nannte das Dokument, die Missionsziele könnten durch bemannte Marsmissionen erreicht werden. Der NASA-Haushaltsantrag formulierte damit einen Vorschlag.
NASA-Administrator Jared Isaacman erklärte laut CNN am 30. August 2026, die Proben sollten zurückgeholt werden; ob robotisch oder durch Astronauten und in welchem Zeitrahmen, ließ er offen. Lockheed Martin schlug unabhängig davon ein Festpreiskonzept für weniger als drei Milliarden US-Dollar vor, das 30 Proben von Perseverance spätestens 2037 zur Erde bringen soll. Das Unternehmen beschreibt den Vorschlag als Konzept, nicht als genehmigten NASA-Auftrag.