Seit Dolly 1996 die Medienwelt im Sturm eroberte, wurden Dutzende Tiere geklont, und verschiedene Dokumente deuten darauf hin, dass es sogar schon vor diesem Jahr Exemplare gab. Doch die Primaten haben sich als äußerst widerstandsfähig erwiesen – bis jetzt. Ein Forscherteam des Instituts für Neurowissenschaften der Chinesischen Akademie der Wissenschaften präsentierte der Welt die Klonierung zweier Makaken, Zhong Zhong und Hua Hua, die acht beziehungsweise sechs Wochen alt sind. Dies eröffnet erneut die Debatte über menschliches Klonen und kündigt zugleich neue Behandlungen für Krankheiten an.
Dolly und die Anfänge des Klonens
Erinnern wir uns kurz: Das Schaf Dolly wurde am 5. Juli 1996 geboren. Obwohl es sechseinhalb Jahre lebte (bis zum 14. Februar 2003), während man eine Lebenserwartung von 11 oder 12 Jahren berechnete, kamen alle späteren Analysen zu dem Schluss, dass ihr Tod (Euthanasie wegen eines bei Schafen sehr häufigen Lungenadenokarzinoms) nicht mit ihrem Klonstatus zusammenhing. Mit der Geburt von Dolly war die Welt auf genetischer Ebene nicht mehr dieselbe, und viele Wissenschaftler konzentrierten ihre Anstrengungen auf verschiedene Klonierungstechniken, die bereits eine große Zahl von Tieren hervorgebracht haben, einige davon außerordentlich teuer (ein Polopferd wurde für 800.000 Dollar verkauft). Heute kehrt das Klonen mit einem überraschenden Fortschritt zurück auf die Titelseiten der Weltmedien: Eine Gruppe chinesischer Wissenschaftler hat erfolgreich zwei Rhesusaffen geklont.
Warum Primaten so schwierig sind
Warum ist das so überraschend? Zunächst haben die Forscher des Instituts für Neurowissenschaften der Chinesischen Akademie der Wissenschaften dieselbe Technik wie bei Dolly angewendet, den sogenannten somatischen Zellkerntransfer, mit dem Unterschied, dass sie diesmal fetale Zellen verwendeten, während es bei Dolly adulte Zellen waren. Und zweitens sind Primaten historisch resistent gegen alle Klonierungsprozesse. Der einzige frühere Erfolg ist Tetra im Jahr 1999, ein weiterer weiblicher Rhesusaffe, der durch Embryoteilung entstanden ist, auch bekannt als Erzeugung künstlicher Zwillinge, was als „Halbklonierung“ gilt.
Die beiden Makaken, Zhong Zhong und Hua Hua, sind acht und sechs Wochen alt und befinden sich in gutem Gesundheitszustand. Beide sind das Ergebnis langer Bemühungen, und die Wissenschaftler mussten mit einer sehr geringen Effizienzrate kämpfen. Von insgesamt 127 „Eiern“ sind nur diese beiden Makaken entstanden. Ein weiterer Erfolg der chinesischen Genetik, die auch bei der Anwendung von CRISPR zur Behandlung menschlicher Krankheiten schnell Fortschritte macht.