Die Welt mag über die Verwendung von Bärten geteilter Meinung sein, aber unabhängig von den Unterschieden hat keiner eine Vergangenheit wie der Bart von Hans Steininger. Dieser Mann wird nicht nur für seine Rolle als Bürgermeister einer kleinen österreichischen Stadt Mitte des 16. Jahrhunderts erinnert, sondern auch für seinen außergewöhnlichen Bart, der so lang war, dass er letztlich sein Leben forderte. Der Bart wurde konserviert und befindet sich heute in einem Museum, für alle sichtbar.
Braunau am Inn und der Mann mit dem langen Bart
Braunau am Inn ist eine Stadt mit etwas mehr als 16.000 Einwohnern an der Grenze zwischen Österreich und Deutschland. Immer wenn diese Stadt in den Medien erwähnt wird, taucht unweigerlich eine dunkle Referenz auf: Sie war der Geburtsort von Adolf Hitler. Doch Braunau am Inn hat auch andere, viel reichhaltigere und bemerkenswertere Geschichten zu erzählen, und eine davon ist die von Hans Steininger.
Dieser Mann war im Laufe des 16. Jahrhunderts über weite Strecken der „Burgomaster“ (eine Art Magistrat-Bürgermeister-Intendant) von Braunau am Inn, aber er wird weniger für seine Fähigkeit zu verwalten und zu regieren erinnert, sondern wegen einer ganz besonderen körperlichen Eigenschaft: einem fast eineinhalb Meter langen Bart.
Steininger mit seinem unglaublichen Bart durch die Straßen von Braunau am Inn zu sehen, ließ ihn wie einen Zauberer aus einem fantastischen Roman wirken, aber die Geschichte lehrt uns, dass der Bart schuld an seinem Tod war. Am 28. September wurde die Stadt von einem großen Brand heimgesucht, der Panik unter der Bevölkerung auslöste.
Steininger pflegte seinen Bart aufzurollen und in einer Tasche zu verstauen, um sich leichter fortzubewegen, aber inmitten der Feuersbrunst begann er mit losem Bart zu rennen, trat auf ihn, stürzte die Treppe hinunter und brach sich das Genick. Unfall, Tragödie und ein erschreckendes Pech.
Ein außergewöhnliches Museumsstück
Der „mörderische Bart“ von Hans Steininger wurde nicht zu einer weiteren Legende, sondern existiert wirklich. Tatsächlich kann jeder, der Braunau am Inn besuchen möchte, sich ins Museum von Herzogsburg begeben und ihn persönlich sehen, beglaubigt und mit Chemikalien konserviert.
Manche sagen, Steiningers Bart sei der längste der Welt, aber in Wirklichkeit gehört dieser Titel einem anderen Hans, mit Nachnamen Langseth, dessen Bart über fünf Meter maß … und er starb eines natürlichen Todes. So oder so, er verdient es, in einem Museum zu stehen.