Wieder einmal müssen wir uns mit der großen Einschränkung aktueller Virtual-Reality-Systeme auseinandersetzen: dem fehlenden Tracking unserer Hände. Zwar gibt es dedizierte Controller, die ihre Position sozusagen „verfolgen“, aber was wir wollen, ist viel fortschrittlicher. Intels Project Alloy von Intel scheint in die richtige Richtung zu gehen, doch dieses Mal treffen wir auf Dexmo, einen Exoskelett-Handschuh, der es uns ermöglicht, virtuelle Objekte zu manipulieren und über ein „taktiles Feedback“ mit variabler Kraft in jedem Finger zu erhalten.

Dexmo: Exoskelett-Handschuh für virtuelle und erweiterte Realität
Dexmo

Wir wissen, dass virtuelle Realität „besser“ als die Realität oder „anders“ als die Realität sein kann, aber wir sind mehr oder weniger überzeugt, dass sie nie „gleich“ wie die Realität sein wird. Ähnliches passiert mit der erweiterten Realität. Ein Pokémon auf einen Bürgersteig zu setzen, wo nichts ist, ist sehr interessant, aber irgendwann wollen wir mit all diesen hinzugefügten Elementen in speziellen Umgebungen interagieren. Dies ist der Weg, den Projekte wie HoloLens und das kürzlich angekündigte Project Alloy gehen. Auch externe Lösungen werden erforscht, die versuchen, unsere Hände auf fortgeschrittenere Weise in virtuelle Simulationen einzubeziehen. So kommen wir zum Projekt Dexmo, das vom chinesischen Unternehmen Dexta Robotics entwickelt wird.

Es ist ein Handschuh, aber das erste, was uns in den Sinn kommt, wenn wir sein Design betrachten, ist ein Exoskelett. Das bedeutet nicht, dass wir mit dem Dexmo schwerere Objekte heben können, aber es ermöglicht uns, virtuelle Objekte über „Force Feedback“ zu manipulieren und zu „fühlen“. Ein weiterer sehr interessanter Aspekt des Dexmo ist, dass die Kraftstufen für jeden Finger variabel sind und von den Eigenschaften des Objekts abhängen. Das heißt, wir können eine kleine Gummiente bequem drücken, aber ein massiveres Objekt bietet einen größeren Widerstand. Der Handschuh wird mit elf Freiheitsgraden getrackt und ist vollständig kabellos (Details zur Akkulaufzeit wurden nicht preisgegeben).

Dexta Robotics hat in den letzten zwei Jahren mehr als zwanzig Prototypen entwickelt (einer davon war Dexmo F2), bevor man zum Dexmo in seiner aktuellen Form kam, aber CEO Aler Gu erkennt an, dass es schwieriger sein wird, ihn auf den Markt zu bringen, einfach weil der Handschuh nicht etwas ist, das man aus der Verpackung nehmen und direkt verwenden kann. Der Dexmo wird die Unterstützung von Entwicklern in beiden Bereichen, virtueller und erweiterter Realität, benötigen, bevor er bequem in die Regale kommt. Mit einem Wort: Software.

Offizielle Website: