Die Abhängigkeit vom Öl zu verringern und umweltfreundlichere Energiequellen zu nutzen, ist ein Ziel, das einige Länder bereits auf ihre Agenda gesetzt haben, wenn auch mit kleinen Schritten. Das bringt uns zurück nach Frankreich, wo das Dorf Tourouvre-au-Perche eine ein Kilometer lange „Sonnenstraße“ gebaut hat, mit integrierten Paneelen, die die örtliche Straßenbeleuchtung mit Strom versorgen und damit über dreitausend Menschen zugutekommen.

Ein französisches Dorf baut die erste „Sonnenstraße“
Sonnenstraße

Immer wenn wir an Solarenergie denken, ist es verlockend, sich Großprojekte vorzustellen, aber das muss nicht sein. Einer der großen Vorteile der Solarenergie ist, dass sie ohne größere Probleme in ihrer Größe variieren kann. Wenn also die Einführung nicht für eine ganze Stadt machbar ist, vielleicht für ein Viertel oder eine Gemeinde. Die wichtige Frage ist, wie man ein solches Projekt umsetzt. Wir haben kürzlich über die Arbeit von SolarCity auf einer Insel gesprochen, aber das Unternehmen hatte nahezu ideale Bedingungen. In kleinen Dörfern, die keine großen Flächen haben (oder sie aus anderen Gründen nicht nutzen können), sind Kreativität und unkonventionelle Ideen gefragt, zum Beispiel den Asphalt mit Solarpaneelen zu bedecken.

Ein französisches Dorf baut die erste „Sonnenstraße“
Die 2.800 Quadratmeter Solarpaneele werden 24 Monate lang getestet.

Das hat das Dorf Tourouvre-au-Perche getan, indem es einen speziellen Abschnitt von einem Kilometer Länge gebaut hat. Die Paneele bedecken insgesamt 2.800 Quadratmeter, über die täglich etwa zweitausend Fahrzeuge fahren. Die offizielle Einweihung fand gestern mit Ségolène Royal statt, der derzeitigen Ministerin für Ökologie, nachhaltige Entwicklung und Energie Frankreichs. Diese „Sonnenstraße“ wird 24 Monate lang getestet, um festzustellen, ob sie genug Energie für die Straßenbeleuchtungsinfrastruktur liefern kann, die die 3.400 Einwohner des Dorfes versorgt. Die Technologie heißt Wattway, entwickelt von der Colas Group, und auf ihrer offiziellen Website werden die wichtigsten Vorteile hervorgehoben. Erstens können die Paneele auf bestehenden Straßen installiert werden, und zweitens haben sie eine Beschichtung, die sie vor dem Gewicht der Fahrzeuge, der Witterung und thermischem Stress schützt.

Ein französisches Dorf baut die erste „Sonnenstraße“
Eine spezielle Beschichtung schützt die Paneele vor Gewicht und Wetter.

Das nächste Ziel für dieses Projekt ist es, die Prototypphase hinter sich zu lassen und natürlich die Kosten zu senken. Die Sonnenstraße hat eine Investition von fünf Millionen Euro erfordert, was Kritik von Gegnern hervorrief. Trotzdem muss jemand den ersten Schritt wagen, und alles wird davon abhängen, wie gut das System in den nächsten zwei Jahren funktioniert.

Quelle: