Den meisten Retro-Rechnern und -Konsolen muss man eines zugestehen: Ihre Soundchips waren sehr gut. Dank besserer Dokumentation haben Fans im Laufe der Jahre allerlei Projekte und Hacks entwickelt, die beeindruckende Klänge aus dem alten Silizium herausholen. Der jüngste Fall führt uns zum Kanal Look Mum No Computer, wo ein Synthesizer auf Basis des original Sega Mega Drive vorgestellt wird.
Die Geschichte besagt, dass die Sega Mega Drive (oder Genesis, wie sie in anderen Regionen hieß) einen Yamaha YM2612-Chip verwendet, einen FM-Synthesizer mit sechs Kanälen und vier Operatoren pro Kanal. Ich kann mir vorstellen, dass dir jetzt alte Soundtracks durch den Kopf gehen. Streets of Rage, Altered Beast, die Sonic-Reihe – wenn das damals pures Gold aus dem Mono-Lautsprecher unseres Fernsehers war, ist es heute unbezahlbar.
Warum also nicht irgendwie auf diesen Chip zugreifen? Ich meine, die Konsole wiederverwenden und ihre Audio-Ressourcen für etwas anderes nutzen. Nun, das können wir bereits tun. Die genMDM-Schnittstelle, die aus einem speziellen Cartridge und einem externen Modul besteht, kostet 80 Dollar (!). Wenn du schon etwas MIDI-Erfahrung hast und Retro-Hardware magst, lohnt sich diese Investition meiner Meinung nach. Andernfalls musst du „volles DIY“ gehen und etwas wie Look Mum No Computer bauen:
Kommt dir das bekannt vor? Das liegt daran, dass es sich um dieselbe Person handelt, die eine Armee von Furbys versklavt hat, um sie zum Singen zu zwingen. Das Präsentationsvideo enthält nicht allzu viele technische Details (dafür musst du seinen zweiten Kanal besuchen), aber er hat die Sega Mega Drive mit dem genannten genMDM, etwas eigener Hardware und viel Improvisation kombiniert, denn er ist sich noch nicht ganz sicher, was jeder Regler tut. Außerdem hat er bisher nur die Kanäle unabhängig zum Laufen gebracht, es ist also eine Arbeit in progress. Trotzdem klingt es fabelhaft.
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