Die Europäische Weltraumorganisation (ESA) meldete am 7. Oktober 2026, dass Hera am 15. Oktober bei Didymos mit dem geplanten Bremsmanöver BRM-1 beginnen soll. Der 93-minütige Zündvorgang soll Heras Geschwindigkeit relativ zum Asteroidensystem um einige hundert Meter pro Sekunde verringern.
Hera soll Didymos und dessen Mond Dimorphos aus der Nähe untersuchen. Die Mission folgt auf den gezielten Einschlag der NASA-Sonde DART auf Dimorphos am 26. September 2022.
Hera soll bei Didymos abbremsen
Das Bremsmanöver gehört zu Heras geplantem Anflug auf das Didymos-System. Die ESA beschreibt eine fortlaufende Zündung von drei hydrazinbetriebenen Orbitkontrolltriebwerken für BRM-1. Weitere Triebwerke sollen die Lage der Raumsonde stabil halten.
Was für BRM-1 und BRM-2 geplant ist
Die ESA plant BRM-1 als 93-minütiges Bremsmanöver. Es soll Heras Geschwindigkeit relativ zu Didymos um einige hundert Meter pro Sekunde reduzieren.
Für den 22. Oktober ist BRM-2 als etwa 31-minütiger Folge-Zündvorgang vorgesehen. Er soll den größten Teil der noch nötigen Geschwindigkeitsanpassung übernehmen und eine mögliche Minderleistung von BRM-1 ausgleichen.
Wie ESA Hera verfolgen und den Bremsvorgang prüfen will
Um Heras Flugbahn zu bestimmen, will das Flugdynamik-Team der ESA Telemetrie sowie Entfernungs- und Doppler-Messungen auswerten. Je näher die Raumsonde kommt, desto hilfreicher sollen auch Bilder ihrer Bordkamera werden. Damit lassen sich unter anderem die Bahnen von Hera und dem Didymos-System sowie die relative Bewegung und Rotation von Didymos und Dimorphos genauer einschätzen.
Nach dem Bremsmanöver soll die ESA anhand von Daten der Sensoren für Führung, Navigation und Steuerung (GNC), Telemetrie, Entfernungsmessungen und Doppler-Daten Richtung und Größe der Geschwindigkeitsänderung beurteilen. Sechs Teams sollen die eingehenden Daten prüfen und ihre Auswertungen unabhängig voneinander abgleichen.
Für die Signalaufnahme nach dem Bremsmanöver nennt die ESA zwei 35-Meter-Antennen in New Norcia, Australien.
Der geplante Anflug auf Didymos und Dimorphos
Für die frühe Charakterisierung im November und Dezember sieht die ESA Abstände von 25 bis 30 Kilometern zum Asteroidensystem vor. In einer späteren Phase soll Hera sich bis auf 10 Kilometer nähern. Für Nahbeobachtungen sind Abstände von bis zu 4 Kilometern geplant; in einer experimentellen Phase soll die Raumsonde bis auf 1 Kilometer an Dimorphos herankommen.
Anfang des folgenden Jahres sollen außerdem zwei CubeSats ausgesetzt werden. Die ESA beschreibt Dimorphos’ genaue Bewegung nach dem DART-Einschlag als unsicher; auch mögliche Trümmer in der Nähe des Mondes zählen zu den Faktoren, die Hera untersuchen soll.