Die Geschichte des GPS sagt uns, dass GPS seine ersten Schritte 1972 machte, aber erst Mitte der 90er Jahre wurde der Zugang für die Öffentlichkeit freigegeben. In der Zwischenzeit wurde das Konzept der Fahrzeugnavigation über andere Initiativen erforscht. Eine davon war der Etak Navigator, der magnetische Bänder zum Laden der Karten verwendete. In den meisten Fällen wurde der Etak Navigator als seiner Zeit voraus beschrieben, aber wenn er so gut war, was ist dann schiefgelaufen?.

Etak Navigator: Das GPS vor dem GPS (1985)
Etak Navigator

Ein Segeltörn, Elemente aus dem Hause Atari und ein Kontakt zum US Census Bureau markieren den farbenfrohen Ursprung des Etak Navigator. Das Jahr war 1985, und die Idee eines öffentlichen Zugangs zum GPS-System war noch zu grün. Schließlich war die Anordnung der Reagan-Administration zwei Jahre zuvor erlassen worden, nach der Tragödie des von einem sowjetischen Jäger abgeschossenen Fluges KAL 007.

Wie funktionierte der Etak Navigator?

Im Kern war der Etak Navigator ein Miniaturcomputer. Sein Herz bestand aus einem Intel 8088 Chip, der RAM betrug 256 Kilobyte und sein EPROM-Modul (nicht mit EEPROM zu verwechseln) hatte 32 Kilobyte. Der Plan, einen CRT-Monitor mit der entsprechenden Auflösung zu verwenden, hätte den Etak Navigator zu einer wirtschaftlich unerschwinglichen Option gemacht, daher war die Alternative, einen vektorbasierten CRT zu implementieren, ähnlich wie bei Oszilloskopen. Dies erwies sich als gute Idee, besonders beim Fahren am Tag.

Etak Navigator: Das GPS vor dem GPS (1985)
So sahen die Karten im Etak Navigator aus. Nicht schlecht.

Das größte Problem war, dass es keine Datenbanken, Firmware-Downloads, WLAN oder Satellitenressourcen gab. Dies führte dazu, dass der Etak Navigator als Lösung ein System von magnetischer Speicherung verwendete, genauer gesagt spezielle Kassetten. Jede dieser Bänder konnte maximal 3,5 Megabyte Daten speichern, beeindruckend für die damalige Zeit, aber mit mehreren technischen Herausforderungen.

Erstens war dieser Platz nicht ausreichend, und die Bucht von San Francisco benötigte sechs Bänder für ihre vollständige Karte. Zweitens waren die herkömmlichen Gehäuse von Audiokassetten ungeeignet, da sie Probleme mit Hitze hatten (im Grunde schmolzen sie), und der Etak musste Polycarbonat-Kassetten verwenden, mit einer maximalen Toleranz von 105 Grad Celsius. Den Rest der Arbeit übernahmen Radsensoren und ein elektronischer Kompass an der Heckscheibe.

Ein Aspekt, den der Etak Navigator definitiv erfunden hat, ist die fahrzeugzentrierte Sichtweise auf Karten. Heute arbeiten alle GPS-Geräte auf die gleiche Weise, was die Sicherheit und den Komfort beweist, die die Entwickler des Navigator vorweggenommen hatten.

Etak Navigator: Das GPS vor dem GPS (1985)
Ein installierter und kalibrierter Etak Navigator 450
Etak Navigator: Das GPS vor dem GPS (1985)
Etak fand eine noch hellere Zukunft in der Digitalisierung von Karten

Was geschah mit dem Etak Navigator?

Also, was ist passiert? Sagen wir, der Etak Navigator war 1985 schwer zu verkaufen. Das Modell 450 mit 4,5-Zoll-Bildschirm hatte einen Wert von 1.395 Dollar, während sein größerer Bruder Modell 700 mit sieben Zoll auf 1.595 Dollar stieg. Jede zusätzliche Kassette kostete 35 Dollar, und im Laufe der Zeit kamen weitere Karten hinzu. Stan Honey, einer der Köpfe hinter dem Navigator, schätzt, dass zwischen zwei- und fünftausend Einheiten verkauft wurden, eine Zahl, die nach heutigen Maßstäben der Elektronik ein Misserfolg wäre.

Etak hatte jedoch eine Offenbarung: Ihr Prozess der Kartendigitalisierung war viel wichtiger als die Hardware. So begann sie, ihre Technologie an andere Unternehmen zu lizenzieren, was ihr ermöglichte, bis nach Japan zu gelangen. News Corporation kaufte Etak 1989 für 25 Millionen Dollar, verkaufte es 1996 an Sony und wurde schließlich im Jahr 2000 von Tele Atlas übernommen, einer Tochtergesellschaft von TomTom.

Was ist also am Etak Navigator gescheitert? Die Antwort ist nichts. Er war ein Pionier der Fahrzeugnavigation, seine Hardware diente einem guten Zweck, und die aus seiner Entwicklung abgeleitete Technologie ist in Tausenden aktuellen Produkten vorhanden.

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