Yle berichtete am 6. Oktober, die finnische Genehmigungs- und Aufsichtsbehörde LVV habe Tuike Finland Oy angewiesen, umweltverändernde Vorarbeiten an den geplanten Rechenzentren in Muhos und Kajaani-Otanmäki bis zum Abschluss der Umweltverträglichkeitsprüfungen (UVP) auszusetzen. Die Aussetzung sollte sofort greifen und spätestens am 23. Oktober 2026 wirksam werden, berichtete Yle.

Unsere frühere Meldung zur LVV-Anweisung an Tuike behandelte den Schritt; Yle schlüsselte die betroffenen und ausgenommenen Arbeiten im Detail auf.

Welche Arbeiten die Anweisung erfasst

Yle zufolge umfasst die Aussetzung:

  • das Fällen von Bäumen und den Abtrag des Oberbodens,
  • den Bau von Arbeitsstraßen und Lagerflächen,
  • Änderungen an Gräben und Durchlässen sowie Arbeiten an der Regenwasserführung.

Planungen, Messungen, Bodenuntersuchungen und andere Maßnahmen mit geringen, leicht rückgängig zu machenden Auswirkungen sollen davon ausgenommen sein. Die Anweisung pausiert damit bestimmte Eingriffe in die Standorte; technische und planerische Arbeiten können in dem von Yle beschriebenen Rahmen weitergehen.

UVP und örtliche Genehmigungen

In einer Mitteilung vom 18. September 2026 erklärte LVV, die Umweltverträglichkeitsprüfungen für beide Projekte liefen noch. Die Behörde hatte Tuike Finland Oy sowie die Gemeinde Muhos und die Stadt Kajaani um Auskünfte zu den Projekten, Genehmigungen und Arbeiten in den Gebieten gebeten. LVV zufolge waren die örtlichen Bebauungspläne zwar beschlossen, aber vor dem Verwaltungsgericht angefochten; deshalb galten in den Gebieten Bauverbote. Für landschaftsverändernde Arbeiten können unter den geltenden Voraussetzungen außerdem Genehmigungen erforderlich sein. Die Gemeinden sind nach dem finnischen Baugesetz für die Überwachung der Rechtmäßigkeit zuständig.

Yle berichtete zudem, LVV habe sich bei seiner Anweisung auf Angaben der Beteiligten und öffentlich verbreitete Drohnenaufnahmen gestützt. Zum Zeitpunkt von Yles Bericht vom 6. Oktober hatte die Behörde die beiden Standorte demnach noch nicht besucht.

Rodungsflächen und Googles Stellungnahme

Laut Yle bestätigte Google für Muhos rund 330 Hektar gerodeten Wald und für Kajaani-Otanmäki etwas weniger als 200 Hektar. Google-Sprecher Sondre Ronander erklärte, das Unternehmen habe in gutem Glauben nach den Vorgaben des Forstgesetzes gehandelt, Naturerhebungen vorgenommen und wertvolle Naturgebiete schützen wollen. Zugleich räumte Ronander ein, dass Google die eigenen hohen Ziele nicht erreicht habe.

Google plane außerdem, in Muhos auf 130 Hektar Bäume zu pflanzen. Der Plan bezieht sich auf diesen Standort.

Die von Yle genannten Fristen

Tuike Finland Oy konnte Yle zufolge bis zum 14. Oktober 2026 eine schriftliche Stellungnahme bei LVV einreichen. Falls Tuike die Anweisung nicht befolgt, kann die Behörde laut Yle weitere Verwaltungsmaßnahmen prüfen, darunter ein Zwangsgeld.