Ein Forschungsteam um Andrea Bernardi von der Universidad Diego Portales bestätigte Elias 2-24 b als jüngsten Exoplaneten, der durch direkte Hochkontrastbildgebung entdeckt wurde. Die am 16. September 2026 veröffentlichte Studie schätzt sein Alter auf höchstens etwa eine Million Jahre – abgeleitet aus dem angenommenen Alter seines Sternsystems Elias 2-24.
Elias 2-24 b ist der jüngste direkt entdeckte Exoplanet
Elias 2-24 b umkreist den jungen Stern Elias 2-24 und liegt in einer Lücke der protoplanetaren Scheibe, aus der sich das Planetensystem bildet. Bei der direkten Hochkontrastbildgebung wird das helle Licht des Sterns abgeschirmt, damit lichtschwächere Objekte in seiner Nähe sichtbar werden. Die Lücke liegt in einer Entfernung von rund 55 Astronomischen Einheiten (AE) vom Stern.
Wie das Forschungsteam den Planeten bestätigte
Die Forschenden werteten Beobachtungen des Keck-Observatoriums mit der Kamera NIRC2 aus. Ein sogenannter Wirbelkoronograf schirmt das Sternenlicht ab, um schwache Lichtquellen in der Nähe erfassen zu können.
Aufnahmen vom 21. Juni 2018 und vom 1. Juni 2020 zeigten die Quelle an zueinander passenden Positionen. Die Analyse ihrer Bewegung, mehrere Bildauswertungen und Tests, bei denen künstliche Begleiter in die Aufnahmen eingesetzt wurden, stützten die Zuordnung zu Elias 2-24. Die Signifikanz der einzelnen Beobachtungen lag jeweils unter 5σ; die Bestätigung stützt sich auf die zusammengeführten Analysen und nicht auf ein einzelnes Bild.
Die Altersangabe beruht auf dem Sternsystem
Die Forschenden leiteten das geschätzte Alter von Elias 2-24 b aus dem angenommenen Alter seines Sternsystems ab. Für die zuvor jüngsten direkt nachgewiesenen Exoplaneten um PDS 70 und WISPIT 2 wurde jeweils ein Alter von mehr als fünf Millionen Jahren angegeben.
| Objekt oder Gruppe | Geschätztes Alter | Grundlage des Vergleichs |
| Elias 2-24 b | Höchstens etwa eine Million Jahre | Aus dem angenommenen Alter des Sternsystems abgeleitet; direkte Hochkontrastbildgebung |
| Vier Planeten um PDS 70 und WISPIT 2 | Jeweils mehr als fünf Millionen Jahre | Frühere Rekordhalter der direkten Detektion |
Was der Fund für Modelle der Planetenentstehung bedeutet
Ein Riesenplanet in großer Entfernung zu seinem Stern, in einem höchstens etwa eine Million Jahre alten System, stellt Modelle der Planetenentstehung vor eine Herausforderung. Das Forschungsteam deutet Elias 2-24 b als Hinweis darauf, dass die Kernakkretion – das Wachstum eines Planetenkerns durch angesammeltes Material – auch in großer Entfernung innerhalb dieser Zeit einen Riesenplaneten hervorbringen kann.
Die Masse ist modellabhängig: Bevorzugte Entwicklungsmodelle ergeben 1,9 bis 4,0 Jupitermassen als Obergrenze, weil sie Akkretionseffekte nicht berücksichtigen. Hydrodynamische Modelle zur Wechselwirkung zwischen Planet und Scheibenlücke kommen auf 0,41 bis 1,72 Jupitermassen.