Google DeepMind veröffentlichte am 29. Oktober 2026 einen Essay über Arbeit und Wohlbefinden. Darin geht es auch um eine Befragung von 8.234 Erwachsenen im erwerbsfähigen Alter in vier Ländern: Sie erfasst, welche Werte Menschen mit ihrer Arbeit verbinden und wie sie die Gefahr einschätzen, dass KI oder Automatisierung ihren Arbeitsplatz ersetzt. Die Originalarbeit von Julian Jacobs berichtet über die Umfrage; der Essay von Google DeepMind ordnet sie in eine Übersicht zu Arbeit und Wohlbefinden ein.
Wer an der Umfrage teilnahm
More in Common erhob die Daten im Juni und Juli 2026 mit nationalen Quoten, unter anderem nach Alter, Geschlecht, Bildung und Region. Die Stichprobe umfasste 2.032 Menschen in Dänemark, 2.072 in Indien, 2.052 im Vereinigten Königreich und 2.078 in den Vereinigten Staaten.
Für Indien weist Jacobs auf eine Besonderheit hin: Die Online-Stichprobe war überproportional urban, gebildet und in Büroberufen tätig. 77 Prozent der Befragten dort hatten mindestens einen Bachelorabschluss, 84 Prozent arbeiteten in White-Collar-Berufen.
Die Umfrage erfasste außerdem, wie zufrieden die Befragten mit ihrer Arbeit waren. 81 Prozent gaben an, mit ihrem Job zufrieden zu sein.
Welche Werte Beschäftigte mit Arbeit verbinden
Die Arbeit ordnet 6.224 Befragte vier Arbeitswertprofilen zu. Die Prozentwerte beziehen sich auf diese klassifizierte Gruppe, nicht auf alle 8.234 Teilnehmenden.
| Arbeitswertprofil | Anteil der 6.224 klassifizierten Befragten | Worum es dabei geht |
| Intrinsisch | 33,21 % | Die Tätigkeit selbst ist wichtig. |
| Transaktional | 26,29 % | Im Vordergrund stehen die finanziellen Vorteile der Beschäftigung. |
| Gemeinschaftsorientiert | 23,12 % | Wichtig sind soziale Beziehungen und Gemeinschaft am Arbeitsplatz. |
| Statusorientiert | 17,38 % | Die Arbeit vermittelt ein Gefühl sozialen Status. |
Das Bild ist damit breiter als eine reine Gehaltsfrage: Für viele Befragte gehören zur Arbeit auch der Inhalt der Tätigkeit, soziale Beziehungen oder Anerkennung. Die Profile beschreiben die jeweils vorrangige Einordnung in der Studie.
Ein weiteres Szenario macht den nicht finanziellen Wert greifbar. Aktive Beschäftigte sollten angeben, ob sie ihre Arbeit für ein garantiertes Einkommen aufgeben würden. Die hypothetischen Angebote reichten von 60 bis 120 Prozent des bisherigen Gehalts und bewahrten Krankenversicherung, Rente und bezahlten Urlaub. Rund 20 Prozent der 7.106 aktiven Beschäftigten wollten selbst bei einem Angebot von 120 Prozent bleiben.
Was die KI-Zahlen aussagen
37,2 Prozent der aktiven Beschäftigten schätzten es als sicher, sehr wahrscheinlich oder eher wahrscheinlich ein, dass KI oder Automatisierung ihren Arbeitsplatz innerhalb von zehn Jahren ersetzen könnte. Unter Beschäftigten in Büroberufen lag dieser Anteil bei 40,4 Prozent, unter Beschäftigten in manuellen und Dienstleistungsberufen bei 28,8 Prozent.
Diese Werte erfassen wahrgenommene Gefahr, keine bereits eingetretenen Jobverluste. Sie sagen auch nicht, dass KI die Ursache eines konkreten Arbeitsplatzabbaus ist. Für eine ergänzende Perspektive auf ökonomische Szenarien zu KI-Agenten und Unternehmenskoordination gibt es unsere Einordnung zu DeepMinds Modell über die mögliche Veränderung der Wirtschaft.
Was die Studie über Kinder aussagt
Die Befragten waren Erwachsene im erwerbsfähigen Alter. Kinder nahmen nicht an der Umfrage teil; gemessen wurden weder ihre Berufswünsche noch die Wirkung bestimmter Gespräche über Karriere und Beruf.
Der Google-DeepMind-Essay fasst darüber hinaus eine Übersicht von mehr als 100 Studien zu Arbeit und Wohlbefinden zusammen. Darin geht es unter anderem um Arbeitslosigkeit, Ruhestand, Lottogewinne und finanziell abhängige Ehepartner.