Die DNA von Mensch und Schimpanse weist viele Ähnlichkeiten auf, doch die Unterschiede zwischen beiden Arten sind unbestreitbar. Ein grundlegender Vorteil der Schimpansen ist, dass ihre körperliche Stärke rund 50 Prozent über dem menschlichen Durchschnitt liegt, und einige Exemplare verfügen über eine beeindruckende Muskulatur. Woher wissen wir das? Die Antwort liefern haarlose Schimpansen, die oft in Rekordzeit viral gehen. Was können wir sonst noch von ihnen lernen?
Ein Meter fünfzig groß, zwischen 40 und 70 Kilogramm schwer bei Männern und etwa 27-50 Kilogramm bei Frauen – die allgemeinen physischen Merkmale des Schimpansen sind gut dokumentiert, sodass wir außergewöhnliche Fälle leicht erkennen können. Einer davon war Kermit (unter umstrittenen Umständen gestorben), der 1,68 Meter maß und 136 Kilogramm wog. Wenn wir nach jüngeren Beispielen suchen, bietet das Internet vielleicht so etwas wie Folgendes:
Haarloser Schimpanse
Das Video, das im März 2016 veröffentlicht wurde, zeigt uns Jambo und Mongo, Vater und Sohn im Twycross Zoo in Atherstone, England. Der „Kampf“ ist nichts weiter als eine Demonstration der Hierarchie, zumindest in diesem Fall. Der physische Kontakt ist minimal, und der Großteil des Konflikts beschränkt sich auf Einschüchterung, Geschrei und Herumrennen. Das Beeindruckendste an beiden Schimpansen ist das völlige Fehlen von Haaren an ihren Körpern, was eine sehr gut sichtbare Muskulatur offenbart.
Diese Haarlosigkeit stellt jedoch keinen Nachteil dar. Tatsächlich ist Jambo der Alphamann, und abgesehen davon, dass er ein Ohr in einem Kampf mit seiner Mutter Coco verloren hat, ist er bei bester Gesundheit. Leider starb sein Sohn Mongo im Juli 2016 während einer Routineuntersuchung. Die Untersuchungen ergaben, dass Mongo gegen eine Infektion kämpfte (und auch Anzeichen einer Herzerkrankung hatte) und nicht aus der Narkose erwachte.
Warum gibt es haarlose Schimpansen?
Aus gewisser Perspektive fühlt sich der Grund „sehr menschlich“ an: Sowohl Jambo als auch andere haarlose Schimpansen auf der Welt leiden unter Alopezie an fast ihrem gesamten Körper. Ja, Schimpansen können kahl werden. Diese Erkrankung ist in der Regel erblich und nicht unbedingt auf Männer beschränkt. Einer der bekanntesten Fälle einer haarlosen Schimpansin war Cinder, die 2009 starb.
Eine in demselben Jahr veröffentlichte Studie weist darauf hin, dass die verfügbaren Informationen über Alopezie bei in Gefangenschaft gehaltenen nichtmenschlichen Primaten sehr dürftig sind und sie im Allgemeinen mit Stress in Verbindung gebracht wird. Die beste Strategie für Experten bleibt, jeden Fall einzeln zu bewerten, zugrunde liegende medizinische Bedingungen zu erkennen und das Verhalten des Tieres zu beobachten.
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