Am 16. September 2026 hat Apple die erste Entwickler-Beta von iOS 27.2 veröffentlicht. Sie erweitert Siri AI um Französisch, Japanisch, Koreanisch, Portugiesisch und Spanisch. Für iPhone- und iPad-Nutzer in Deutschland bringt das jedoch noch keinen Start der Funktion: Siri AI bleibt in der Europäischen Union zunächst auf iOS 27, iPadOS 27 und watchOS 27 ausgeschlossen.

iOS 27.2 erweitert Siri AI um fünf Sprachen

Siri AI war zum Start der Apple-Softwareplattformen am 14. September 2026 zunächst auf Englisch ausgelegt. Mit iOS 27.2 beta 1 kommen fünf weitere Sprachen hinzu. Die Erweiterung betrifft die Entwickler-Beta und nicht automatisch jede stabile iOS-Version.

Der entscheidende Punkt: Sprachunterstützung und Plattformfreigabe sind zwei verschiedene Schalter. Dass Spanisch jetzt in der Beta auftaucht, hebt die regionale Sperre für iPhone und iPad in der EU nicht auf.

Warum die Sprach-Erweiterung kein EU-Start auf dem iPhone ist

Apple führt Siri AI in der EU zunächst nicht auf iOS 27, iPadOS 27 und watchOS 27 aus. Das gilt damit auch für Deutschland. Die Funktion kann auf einem kompatiblen iPhone also nicht einfach durch die Auswahl von Spanisch oder einer anderen neuen Sprache aktiviert werden.

Apple nennt für Siri AI auf iOS und iPadOS in der EU derzeit keinen Zeitplan. Die Einschränkung betrifft nicht nur die neue, persönlichere Siri-Oberfläche, sondern auch Funktionen wie Kontextverständnis, Aufmerksamkeit für Bildschirminhalte, systemweite Aktionen in Apps, Writing Tools und die eigene Siri-App mit über iCloud synchronisiertem Gesprächsverlauf.

Auf welchen Apple-Geräten Siri AI in der EU läuft

Das offizielle Anleitungsvideo zeigt den Aktivierungsweg für Siri AI und blendet am Ende den Hinweis ein, dass die Funktion in der EU zunächst auf iOS, iPadOS und watchOS nicht verfügbar ist.

In Deutschland und der übrigen EU ist Siri AI zunächst auf kompatiblen Macs mit macOS 27 sowie auf Vision-Pro-Geräten mit visionOS 27 verfügbar. Gerät und Siri-Sprache müssen die jeweiligen Voraussetzungen erfüllen.

PlattformBetriebssystemSiri AI in der EU zum StartVoraussetzung oder Folge
iPhoneiOS 27NeinDie EU-Sperre betrifft die iPhone-Plattform zunächst vollständig.
iPadiPadOS 27NeinDie EU-Sperre betrifft die iPad-Plattform zunächst vollständig.
Apple WatchwatchOS 27Zunächst neinDie Funktion hängt von einem kompatiblen, für Apple Intelligence geeigneten iPhone ab.
MacmacOS 27 Golden GateJaMac-Modell und Siri-Sprache müssen unterstützt werden.
Vision ProvisionOS 27JaGerät und Siri-Sprache müssen unterstützt werden.

Für die Hardware nennt Apple als iPhone-Basis das iPhone 15 Pro und iPhone 15 Pro Max, iPhone-16-Modelle oder neuer sowie iPhone Air mit iOS 27. Bei iPads gehören das iPad mini mit A17 Pro und iPad-Modelle mit M1 oder neuer dazu. Diese Kompatibilität ändert in der EU zunächst nichts an der gesperrten iPhone- und iPad-Plattform.

Die Aktivierung ist auf unterstützten Geräten als Beta angelegt: In den Einstellungen führt der Weg über Siri und „Siri AI (Beta) ausprobieren“. Danach folgen die Sprachauswahl, eine Stimmregistrierung, der Datenschutzdialog und die Aufnahme in eine Warteliste.

Die Sperre reicht über Siri hinaus

Weil bestimmte Funktionen ein kompatibles iPhone voraussetzen, wirkt sich die Plattformtrennung auch auf verbundene Apple-Geräte aus. Dazu gehören nach Apples Beschreibung unter anderem bestimmte Audio-Intelligence-Funktionen der Apple Watch und freihändige Siri-Funktionen für AirPods.

Das Ergebnis ist ein Apple-Ökosystem mit unterschiedlichen Fähigkeiten je nach Gerät: Ein Mac kann Siri AI in der EU erhalten, während das iPhone desselben Nutzers die Funktion zunächst nicht bekommt. Genau diese Bruchstelle ist für Nutzer besonders spürbar, die zwischen Mac, iPhone, Apple Watch und AirPods wechseln.

Apple und die Europäische Kommission streiten über den Grund

Apple begründet die Verzögerung mit Datenschutz- und Sicherheitsrisiken, die aus den Interoperabilitätsanforderungen des Digital Markets Act entstehen könnten. Nach Apples Darstellung könnte die Verpflichtung zu vergleichbarem Zugriff auf Systemebene auch konkurrierende Assistenten betreffen.

Die Europäische Kommission weist diese Begründung zurück. Ihre Position lautet, dass der Digital Markets Act Apple nicht daran hindere, neue Produkte oder Funktionen einzuführen. Die Entscheidung, Siri AI in der EU nicht auf iPhone und iPad auszurollen, liege bei Apple.

Damit stehen sich zwei Lesarten gegenüber: Apple stellt die Verzögerung als Folge ungelöster Anforderungen an Sicherheit und Datenschutz dar; die Kommission sieht darin eine eigene Entscheidung des Unternehmens und verweist auf den Schutz des Wettbewerbs.

Wie es mit Siri AI weitergeht

Apple plant, Siri AI im Oktober 2026 über Englisch hinaus zu erweitern. Einen konkreten Termin für die stabile Veröffentlichung der zusätzlichen Sprachen nennt das Unternehmen nicht. Für Siri AI auf iPhone und iPad in der EU gibt es weiterhin keinen Zeitplan.