Die variable Blende der Hauptkamera des iPhone 18 Pro verändert die Tiefenschärfe; bei ƒ/4 kann sie laut Apple außerdem sternförmige Strahlen um helle Lichtquellen erzeugen. Sie macht Landschaftsaufnahmen aber nicht automatisch detailreicher: In seinem am 8. Oktober 2026 veröffentlichten Vergleich kombinierte Alex Armitage für ein ƒ/4-Landschaftsbild zwei iPhone-Aufnahmen, um Spitzlichter zurückzugewinnen, und berichtete von leichtem beugungsbedingtem Schärfeverlust (Armitages Vergleich).

Was die variable Blende verändert

Apple führt für die 48-MP-Fusion-Hauptkamera vier wählbare Blendenstufen auf: ƒ/1.48, ƒ/1.8, ƒ/2.8 und ƒ/4.0. Eine kleinere Blendenzahl bedeutet eine weiter geöffnete Blende; eine größere kann die Tiefenschärfe erhöhen, also den Bereich, der im Bild scharf wirkt. Apple beschreibt ƒ/1.48 als hilfreich bei wenig Licht und ƒ/4.0 als Möglichkeit für mehr Tiefenschärfe und sternförmige Lichtstrahlen (Apples Kameraangaben).

Die variable Blende gibt es nur an der Hauptkamera. Die Ultraweitwinkel- und die Telekamera haben feste Blendenwerte. Diese Übersicht fasst Apples Angaben zu den drei rückseitigen Kameras zusammen:

KameramodulAuflösungBrennweite(n)Blende
Fusion Main (Hauptkamera)48 MP24 mm und 48 mmvariabel: ƒ/1.48, ƒ/1.8, ƒ/2.8, ƒ/4.0
Fusion Ultra Wide (Ultraweitwinkel)48 MP13 mmfest: ƒ/2.2
Fusion Telephoto (Telekamera)48 MP100 mm und 200 mmfest: ƒ/2.8

In einem am 13. Oktober 2026 veröffentlichten Test beschrieb Photolari den Unterschied zwischen weit und eng eingestellter Blende als sichtbar, aber dezent. Zwischen ƒ/1.48 und ƒ/1.8 sei der Effekt im Test kaum zu erkennen gewesen; in den geprüften Lichtsituationen habe die Automatik häufig ƒ/1.8 gewählt (Photolaris Test).

Auch sternförmige Lichtstrahlen um kleine Lampen können zur Bildwirkung gehören: India Today Tech berichtete am 13. Oktober 2026 von solchen Aufnahmen bei ƒ/4. Ein Nutzer des iPhone 18 Pro Max beschrieb im Reddit-Thread auffällige Sternformen bei Einstellungen oberhalb von ƒ/1.48. Andere Stimmen dort empfanden den Effekt als kreative Bildwirkung, während er für manche störend war (Diskussion auf Reddit).

NeoTeo hat die variable Blende bereits in einem früheren Kameratest des iPhone 18 Pro Max eingeordnet. Für die konkrete Bildwirkung bleibt entscheidend, welches Motiv vor der Linse liegt.

Was ƒ/4 im Landschaftsbeispiel kostete

Eine größere Tiefenschärfe kann bei Landschaften nützlich sein, wenn Vorder- und Hintergrund gleichzeitig scharf wirken sollen. Armitages ƒ/4-Beispiel zeigt jedoch einen möglichen Zielkonflikt: Für seine gezeigte Landschaft kombinierte er zwei iPhone-Aufnahmen, um ausgefressene Spitzlichter zurückzugewinnen. Außerdem beobachtete er bei ƒ/4 einen leichten Schärfeverlust durch Beugung. Das beschreibt sein konkretes, bearbeitetes Beispiel – nicht das Ergebnis jeder Landschaftsaufnahme.

Was die Kamera-App manuell steuern lässt

Apple führt Blende, Verschlusszeit, Weißabgleich und Histogramm als Kontrollen in der Kamera-App auf. Photolari berichtete, dass der ISO-Wert automatisch bleibt. Wer die Belichtung vollständig manuell einstellen möchte, kann damit laut Photolari insbesondere bei Video an eine Grenze stoßen; Blende und Verschlusszeit lassen sich zwar anpassen, der ISO-Wert aber nicht unabhängig festlegen.

Wie die Eindrücke im Vergleich zum iPhone 17 Pro ausfallen

Photolari sah in seinem Vergleich insgesamt nur wenige Unterschiede zum iPhone 17 Pro, abgesehen von der variablen Blende und kleineren Details. Alex Armitage beschrieb dagegen eine stärkere Detailverbesserung, als er erwartet hatte. Die Einschätzungen fallen also unterschiedlich aus.

Armitage verwendete überwiegend 48-MP-Apple-ProRAW-Aufnahmen und bearbeitete die Bilder passend zu seiner Bearbeitung mit der Canon R5. In seinem Test wirkte die 48-MP-RAW-Aufnahme bei wenig Licht auf ihn besser als das 12-MP-Bayer-RAW-Bild. Das ist sein Eindruck aus diesem Vergleich, kein allgemeines Messergebnis für jede Aufnahme.