KI-Bilder lassen sich bei einzelnen Diensten kommerziell nutzen, aber nicht jede Ausgabe und jeder Tarif ist dafür freigegeben. Magnific erlaubt den kommerziellen Einsatz mit bezahlten KI-Tarifen; Adobe erlaubt ihn für Ausgaben aus Firefly Image Models. Eine vertragliche Freistellung bei Ansprüchen Dritter hängt zusätzlich von konkreten Verträgen und Bedingungen ab. Nutzungserlaubnis, Rechte an der Ausgabe, Urheberrecht und Freistellung sind getrennte Fragen.
Nutzungserlaubnis ist nicht dasselbe wie Urheberrecht
Eine kommerzielle Nutzungserlaubnis beantwortet, ob ein Dienst bestimmte geschäftliche Verwendungen seiner Ausgaben gestattet. Eine Rechtezuweisung regelt dagegen das Verhältnis zwischen Anbieter und Nutzer. Das gesetzliche Urheberrecht und eine vertragliche Freistellung für bestimmte Ansprüche Dritter sind nochmals eigene Fragen.
Magnifics im Juni 2026 datierte AI Products Terms erlauben die kommerzielle Nutzung mit bezahlten KI-Tarifen. Ausgaben eines kostenlosen Kontos sind auf private, nicht kommerzielle Nutzung beschränkt. Die Terms weisen zahlenden Abonnenten Rechte an der Ausgabe zu, wenn das Abo zum Zeitpunkt der Generierung aktiv ist. Diese Vertragsregel ist keine allgemeine Aussage darüber, ob die Ausgabe nach dem Urheberrecht geschützt ist.
Adobe erlaubt die kommerzielle Nutzung von Ausgaben aus seinen Firefly Image Models. Bei Partnermodellen sollen Nutzer selbst beurteilen, ob sie für ihren Einsatzzweck geeignet sind. Adobe weist außerdem darauf hin, dass generierte Ausgaben nicht zwingend einzigartig sind.
Wann eine Freistellung greifen kann
Eine Freistellung ist eine vertragliche Zusage, bestimmte Ansprüche und Kosten zu übernehmen. Die geprüften Anbieterbedingungen knüpfen sie an unterschiedliche Konten, Dienste, Funktionen und Ausgaben:
| Anbieter und Vertragsbereich | Wann die Freistellung greift | Wichtige Bedingungen und Ausschlüsse |
| Magnific Business Subscription | Für den vertraglich gebundenen Business-Kunden bei erfassten Ansprüchen wegen KI-Ausgaben. | Die im Oktober 2026 datierten Business Subscription Specific Terms schließen unter anderem eingetragene Marken und andere registrierte Rechte, wissentlich oder grob fahrlässig rechtsverletzende Prompts oder Ausgaben, Nutzung nach einer Mitteilung, unberechtigte Eingaben, Änderungen oder Kombinationen sowie bestimmte Ansprüche wegen der Weiterverwendung durch Endnutzer einer API-Anwendung aus. Die Gesamthaftung ist auf 50.000 € je Kunde begrenzt, nicht je Ausgabe oder Anspruch. |
| Adobe Firefly | Wenn Kundenvertrag, qualifizierender Tarif oder SKU, zulässige Funktion und Oberfläche sowie der vorgesehene Download oder Export die Vorgaben der Firefly Product Description erfüllen. | Beta- und Testfunktionen sind ausgeschlossen. Ebenfalls ausgeschlossen sind Funktionen, die auf Modellen beruhen, die nicht von Adobe trainiert wurden. |
| Google-Dienste | Für unveränderte Ausgaben aus den in der Liste der berechtigten Dienste genannten Diensten bei bezahlter Nutzung ohne Credits oder kostenlosen Tarif. | Genannt werden Gemini in Workspace, Google Vids und bestimmte Cloud-Dienste. Die Liste nennt die Gemini-Verbraucher-App nicht. Die Workspace-Klausel vom 7. Oktober 2025 schließt unter anderem kommerzielle Markenansprüche, bekannte oder wahrscheinliche Rechtsverletzungen, umgangene Schutzmechanismen und die weitere Nutzung nach einem Hinweis aus. |
| OpenAI API, ChatGPT Enterprise und ChatGPT Business | Im Rahmen der jeweiligen Verträge gemäß den am 16. Oktober 2026 aktualisierten OpenAI Service Terms. | Ausgeschlossen sind unter anderem geänderte oder mit fremden Diensten kombinierte Ausgaben, Ausgaben aus Drittanbieterangeboten, kommerzielle Markenansprüche, bekannte oder wahrscheinliche Rechtsverletzungen, umgangene Schutzmechanismen und Eingaben, für die die nötigen Rechte fehlen. |
Magnifics Business-Obergrenze von 50.000 € gilt als Gesamtbetrag für den jeweiligen Kunden. Die Beträge von 100 €, 10.000 € und 50.000 €, die Magnific für Stock-Inhalte nennt, sind davon getrennt und gelten nicht als Standardfreistellung für KI-Ausgaben.
Bei Google ist die Liste der berechtigten Dienste entscheidend, nicht allein der Name Gemini. Auch bei Adobe kann nicht jede Funktion innerhalb des Produkts automatisch als abgedeckt gelten. Bei OpenAI sind die genannten Geschäfts- und API-Verträge maßgeblich, nicht pauschal jedes ChatGPT-Konto.
Was das US-Urheberrecht zu KI-Bildern sagt
In Deutschland lautet § 7 des Urheberrechtsgesetzes: „Urheber ist der Schöpfer des Werkes.“ Die Analyse des US Copyright Office ist dagegen ausdrücklich auf die Vereinigten Staaten bezogen und beantwortet nicht die Rechtslage in Deutschland.
Der Bericht des US Copyright Office vom 29. Januar 2025 kommt zu dem Schluss, dass Prompts allein nach der darin untersuchten allgemein verfügbaren Technologie keine ausreichende Kontrolle über die Ausdruckselemente bieten. Menschlich geschaffene Ausdrucksanteile, kreative Bearbeitungen sowie eine hinreichend schöpferische Auswahl oder Anordnung können dem Bericht zufolge im Einzelfall geschützt sein. Am 18. März 2025 bestätigte der U.S. Court of Appeals for the District of Columbia Circuit die Ablehnung einer Registrierung für ein Werk, das als autonom von einer Maschine geschaffen beansprucht worden war. Diese Aussagen beziehen sich auf US-Recht.
Vor der Veröffentlichung die Bedingungen für das konkrete Projekt prüfen
Prüfen Sie den tatsächlichen Tarif oder Vertrag, das verwendete Modell und die Funktion sowie den Exportweg. Eine Freistellung kann außerdem entfallen, wenn eine Ausgabe verändert, mit anderem Material kombiniert oder mit Eingaben erstellt wird, für die die nötigen Rechte fehlen.
Auch ein Auftraggeber kann im Projektvertrag den Einsatz generativer KI untersagen. Eine Freigabe durch den Bilddienst hebt eine solche Projektvorgabe nicht auf.