WIRED berichtete am 27. Oktober 2026, dass die britische Aufsichtsbehörde Independent Chief Inspector of Borders and Immigration (ICIBI) die Open Rights Group (ORG) um Informationen zu KI-Werkzeugen des Innenministeriums gebeten habe. Die Anfrage fiel in die Vorbereitung der Prüfprioritäten für das folgende Jahr. ICIBI erklärte laut WIRED, vor deren Veröffentlichung nicht bestätigen zu können, welche Themen aktiv erwogen würden.

Worum es bei der Anfrage ging

ORG ist eine Organisation für digitale Rechte. ICIBI bat sie um Informationen, während die Behörde ihre nächsten jährlichen Prüfprioritäten vorbereitete. Der Bericht betrifft damit eine Anfrage im Zusammenhang mit möglichen Prüfschwerpunkten.

Welche Aufgaben ACS und APS übernehmen

Asylum Case Summarisation (ACS) fasst Protokolle von Asylinterviews zusammen. Asylum Policy Search (APS) sucht nach Informationen zur Lage und Politik in Herkunftsländern und fasst sie zusammen. Bei APS müssen die Entscheiderinnen und Entscheider weiterhin das vollständige Quelldokument aufrufen.

Das Home Office erklärte gegenüber WIRED, ausgebildete Sachbearbeiterinnen und Sachbearbeiter träfen die Asylentscheidungen; die Werkzeuge könnten nicht eigenständig über Anträge entscheiden. WIRED zufolge nannten von ORG erhaltene Dokumente OpenAIs GPT-4 aus dem Jahr 2023 und Microsoft Foundry als technische Grundlagen der Werkzeuge.

Was die Pilotwerte messen

Die Auswertung des Home Office zu den KI-Piloten berichtet getrennte Zeitunterschiede für zwei Arbeitsschritte. Die Piloten liefen 2024.

Werkzeug und AufgabeDurchschnittliche Zeitersparnis pro FallVergleich
ACS: Prüfung von Interviewprotokollen23 MinutenTestgruppe gegenüber Vergleichsgruppe
APS: Recherche zu Länderinformationen37 MinutenTestgruppe gegenüber Vergleichsgruppe

Bei APS entfielen rund 12 Minuten der durchschnittlichen Ersparnis auf Recherchen vor dem Interview und 25 Minuten auf das Verfassen der Entscheidung. Die beiden Werte beziehen sich auf unterschiedliche Aufgaben.

Im ACS-Pilot beurteilten Fachleute 9 Prozent der Zusammenfassungen als ungenau oder unvollständig und nahmen sie vor der Verwendung heraus. Die betroffenen Fälle wurden im üblichen Verfahren bearbeitet. Unter den Nutzerinnen und Nutzern, deren Zusammenfassungen weiterverwendet wurden, waren 23 Prozent nicht vollständig überzeugt und sahen weiteren Prüfbedarf für einen größeren Einsatz.

Die Auswertung fand in kleinen Pilotgruppen keine erkennbare positive oder negative Auswirkung auf die Entscheidungsqualität. Die beteiligten Einheiten waren nach Verfügbarkeit ausgewählt worden und repräsentierten nicht alle Entscheidungseinheiten des Home Office.