macOS 27 Golden Gate ist Apples nächstes großes Mac-Update: Es macht Apple Intelligence nützlicher, gibt Liquid Glass mehr Kontrolle und erweitert Safari um praktische Automatisierungen. Der Preis dafür ist nicht nur optischer Natur: Auf dem getesteten M1 MacBook Air belegte das System mit aktivierter KI 42,92 GB. Außerdem endet die offizielle Unterstützung für Intel-Macs.

In Deutschland ist macOS 27 verfügbar. Apple führt Siri AI auf dem Mac zunächst auf Englisch; die anfängliche Einschränkung innerhalb der EU bezieht sich laut Apple auf iOS, iPadOS und watchOS.

Was macOS 27 für den Mac verändert

Golden Gate ist weniger ein kompletter Neustart als eine konsequente Weiterentwicklung von Tahoe. Die auffälligsten Änderungen liegen bei Apple Intelligence, Siri AI und der Oberfläche. Dazu kommen neue Funktionen in Safari und Fotos sowie Werkzeuge für virtuelle Maschinen und Container.

Die wichtigste praktische Änderung betrifft jedoch die Systemvoraussetzungen: macOS 27 benötigt einen Mac mit Apple Silicon ab M1. Damit fällt erstmals seit vielen Jahren eine komplette Mac-Generation aus dem offiziellen Kompatibilitätsfeld.

Kompatibilität: Für Intel-Macs endet der Weg

macOS 27 Golden Gate: Das ist neu – und das kostet es an Speicher

Unterstützt werden unter anderem das MacBook Air, MacBook Pro und der Mac mini mit M1 aus dem Jahr 2020, der M1-iMac aus dem Jahr 2021, der Mac Pro ab 2023, alle Mac-Studio-Modelle sowie das MacBook Neo von 2026. Intel-Macs gehören nicht mehr dazu.

Rosetta 2 bleibt in macOS 27 für Intel-Apps auf Apple-Silicon-Macs verfügbar. Die allgemeine Unterstützung für diese Übersetzungsschicht soll nach der aktuellen Planung künftig stärker auf ältere Spiele begrenzt werden.

Die Funktionsanforderungen steigen auch innerhalb der Apple-Silicon-Familie: AFM 3 Core Advanced benötigt einen Chip der M3-Familie oder neuer und mindestens 12 GB Arbeitsspeicher. Das Modell bringt vor allem ausdrucksstärkere Siri-Stimmen und eine verbesserte Diktierfunktion.

Der Speicherbedarf von Apple Intelligence

Apple Intelligence ist dort, wo Apple das lokale Modellpaket verteilt, ein fester Bestandteil der Installation. Der frühere Schalter zum vollständigen Abwählen und Entfernen der lokalen Modelle ist damit verschwunden.

Auf einem M1 MacBook Air mit 16 GB RAM und 1 TB SSD wurden folgende Gesamtbelegungen gemessen:

InstallationBelegung des gesamten VolumesKI-ZustandEinrichtungsbedingungTestgerät
macOS Tahoe 26.6.226,17 GBOhne Apple IntelligenceVergleichsmessungM1 MacBook Air, 16 GB RAM, 1 TB SSD
macOS Tahoe 26.6.238,64 GBMit Apple IntelligenceVergleichsmessungM1 MacBook Air, 16 GB RAM, 1 TB SSD
macOS Golden Gate 27.0 Beta 730,98 GBOhne Apple IntelligenceEinrichtung ohne InternetzugangM1 MacBook Air, 16 GB RAM, 1 TB SSD
macOS Golden Gate 27.0 Beta 742,92 GBMit Apple IntelligenceNach aktivierter InternetverbindungM1 MacBook Air, 16 GB RAM, 1 TB SSD

Der direkte Vergleich zwischen Tahoe ohne KI und Golden Gate mit KI ergibt in diesem Test einen Unterschied von 16,75 GB. Das ist kein pauschaler Speicherwert für jeden Mac, zeigt aber die Größenordnung, mit der Besitzer kleiner SSDs rechnen müssen. Die lokalen Apple-Intelligence-Modelle belegten auf dem getesteten M1 MacBook Air und dem MacBook Neo jeweils ungefähr 14 GB; auf dem getesteten M3 MacBook Air waren es 22,42 GB.

Apple teilte am 9. September mit, dass zunächst keine Nutzungsgrenzen für Apple Intelligence gelten sollen. Für die Zukunft plant das Unternehmen Grenzen, die unter anderem von Funktion, Anfragekomplexität und Systemauslastung abhängen können; zusätzliche Nutzung soll möglicherweise kostenpflichtig werden.

Liquid Glass wird praktischer, nicht radikal anders

macOS 27 Golden Gate: Das ist neu – und das kostet es an Speicher

Liquid Glass bleibt das zentrale Gestaltungssystem von Golden Gate, wirkt aber kontrollierbarer. Statt nur zwischen klar und getönt zu wechseln, lässt sich die Transparenz stufenlos über einen Regler anpassen. Dazu kommen deutlichere Trennlinien in Titelleisten, einheitlichere Fensterecken und Seitenleisten, die bis an den Rand reichen.

Das ist kein völlig neues Bedienkonzept, aber eine sinnvolle Korrektur an einer Oberfläche, die in Tahoe vielen Nutzern zu durchsichtig oder uneinheitlich erschien. Wer den Glaslook reduzieren möchte, bekommt dafür mehr Spielraum.

Apple Intelligence und Siri AI werden nützlicher – mit Grenzen

macOS 27 Golden Gate: Das ist neu – und das kostet es an Speicher

Siri AI verbindet Spotlight, die lokale Dateisuche, klassische Siri-Befehle, Fragen zum Mac-Kontext und dialogartige Antworten in einer Oberfläche. Siri kann mit bestimmten App-Daten arbeiten und einige Einstellungen im Kontrollzentrum ansprechen. Bei komplexeren Systemänderungen gibt sie jedoch häufig nur Anweisungen, statt die Aktion selbst auszuführen.

Viele Anfragen laufen weiterhin über Cloud-Verarbeitung. Das macht Siri AI vielseitiger, bedeutet aber auch, dass die Funktion nicht vollständig als lokale Mac-Anwendung arbeitet.

In Deutschland listet Apple Siri AI auf dem Mac auf Englisch. Eine deutschsprachige Siri-AI-Unterstützung ist damit nicht verbunden. Die EU-Einschränkung, die Apple für den Start nennt, betrifft iPhone, iPad und Apple Watch – nicht macOS.

Safari, Fotos, Notizen und Virtualisierung

Safari 27 bringt drei Funktionen mit unmittelbarem Alltagsnutzen:

  • Tab-Gruppen-Vorschläge: Ab mindestens drei thematisch verwandten Tabs kann Safari eine Gruppe vorschlagen.
  • Notify Me: Safari überwacht ausgewählte Seiten und kann bei Änderungen informieren. Die Prüfung ist stündlich, täglich, wöchentlich oder monatlich möglich; häufiger als einmal pro Stunde geht es nicht. Seiten mit Anmeldungen oder komplexer Navigation funktionieren dabei nicht zuverlässig.
  • Describe an Extension: Eine kurze Beschreibung kann zur Grundlage einer einfachen Safari-Erweiterung werden.

Fotos verbessert die Werkzeuge Clean Up, Extend und Reframe. RAW 9 unterstützt laut den von Apple angeführten Angaben 784 Kameramodelle. Image Playground bietet fünf Stile und die drei Bildformate Quadrat, Querformat und Hochformat.

Notizen kann Markdown importieren und exportieren, wird dadurch aber nicht zu einem vollwertigen nativen Markdown-Editor. Für Entwickler und Power-User interessanter sind die Systemänderungen bei der Virtualisierung: Golden Gate ergänzt USB-Passthrough für virtuelle Maschinen, flexiblere vmnet-Netzwerke, eigene Virtio-Geräte für Linux-Gäste und geschichtete Disk-Images über DiskImageKit.

Apples OCI-kompatibles Werkzeug container kann Container-Images ausführen. Es ersetzt jedoch nicht automatisch eine vollständige Umgebung wie Docker Desktop oder Docker Compose.

Alte Mac-Funktionen, die verschwinden

Golden Gate entfernt AFP. Dadurch funktioniert der ursprüngliche Backup-Weg zu älteren AirPort-Time-Capsule-Geräten nicht mehr. Außerdem wird das AirPort-Dienstprogramm zurückgestuft: Bei einer sauberen Neuinstallation ist es nicht mehr enthalten, und Apple garantiert seine Funktion ab macOS 27 nicht mehr.

Weitere Altlasten wie DVDPlayback, verschlüsselte HFS+-Volumes und Teile von hdiutil sind veraltet oder für eine spätere Entfernung vorgesehen. Wer alte Sicherungsgeräte, Installationsmedien oder spezielle Virtualisierungs-Workflows nutzt, sollte diese Abhängigkeiten vor dem Update einplanen.

Golden Gate ist damit vor allem für Besitzer eines Apple-Silicon-Macs interessant, die Siri AI, die neuen Safari-Werkzeuge oder die Virtualisierungsfunktionen nutzen möchten. Für Intel-Nutzer endet die offizielle macOS-Unterstützung mit Tahoe.