Die Vielzahl an Sensoren in heutigen Mobilgeräten ermöglicht die Datenerfassung aus verschiedenen Blickwinkeln, aber eine Option gewinnt schnell an Beliebtheit: uXDT (Ultrasound Cross-Device Tracking). Forscher der Technischen Universität Braunschweig veröffentlichten eine Studie, in der sie zeigen, dass die Anzahl der Apps, die mindestens eine Variante von uXDT verwenden, von 39 im Dezember 2015 auf 234 in ihrer letzten Analyse gestiegen ist.
Wie funktioniert uXDT?
Stell dir vor, dein Mobilgerät reagiert auf eine Werbung im Fernsehen. Technisch ist das bereits passiert, mit Burger King und Google aber in unserem Beispiel ist die Reaktion spontan und unerwartet. Es gibt nichts in der Werbung, das dein Smartphone sozusagen „ruft“. Nun verlagern wir das in ein Geschäft. Sobald du eintrittst, bietet dir die offizielle App eine „Belohnung“ in Form von Rabatten oder Sonderangeboten. Das scheint übertrieben, aber die Technologie existiert bereits. Sie heißt Ultrasound Cross-Device Tracking, auch bekannt als uXDT, und hat mehrere Entwickler auf dem Markt, darunter Shopkick, Lisnr und SilverPush, das bereits mit der US-amerikanischen FTC in Konflikt geraten ist. Apps mit uXDT-Unterstützung greifen auf das Mikrofon des Geräts zu, um bestimmte „Ultraschall-Baken“ zu hören, die von externen Werbeanzeigen (TV, Radio, Lautsprechersysteme in Einkaufszentren usw.) mit einer Frequenz von 18 bis 20 kHz ausgestrahlt werden. Der Nutzer wird durch diese Baken nicht gestört, aber sie sind da.
Die Verbreitung von uXDT
Eine neue Studie von Forschern der Technischen Universität Braunschweig berichtet, dass die Verbreitung von uXDT voranschreitet. Bei einem Besuch von 35 Geschäften in zwei europäischen Städten fanden sie heraus, dass bereits vier uXDT verwenden, um ihre Kunden zu orten, obwohl dies das manuelle Öffnen der offiziellen Apps erfordert. Die Analyse der SDK-Nutzung von SilverPush ergab, dass im April 2015 nur sechs Apps mit dieser Technologie ausgestattet waren, aber die Zahl stieg auf 39 im Dezember desselben Jahres, und der letzte Scan ergab insgesamt 234 Apps. Die Studie enthält keine vollständige Liste der Apps (wir wissen nur, dass sie Millionen von Downloads haben), und die einzigen Namen, die bekannt wurden, sind Krispy Kreme und McDonald's.
Die Studie berichtet, dass in Fernsehsendungen keine Art von Ultraschall-Bake erkannt wurde, aber wir schätzen, dass es nur eine Frage der Zeit ist. Unabhängig von der Effektivität von uXDT zeigt ihre bloße Existenz die Notwendigkeit, die Berechtigungen zu untersuchen, die jede Android-App auf dem Gerät anfordert. Der Zugriff auf das Mikrofon für etwas, das keine Sprachdienste anbietet, sollte eine wichtige Warnung sein, insbesondere wenn die App eine dauerhafte Benachrichtigung und einen Hintergrundprozess einrichtet.