Meta beschreibt Andromeda als System, das Anzeigen für die spätere Rangfolge auswählt. In einem am 28. Oktober 2026 veröffentlichten technischen Beitrag nennt das Unternehmen für die gesamte, auf einem GPU-Server zusammengeführte Produktionspipeline einen Durchsatz von mehr als 1 Milliarde Anzeigen pro Sekunde. Zum System gehören außerdem ein neues Retrieval-Modell und ein direkt auf der GPU ausgeführter Abgleich mit dem Anzeigenindex.

Inhaltsübersicht

Was Meta Andromeda bei der Anzeigenauswahl macht

Andromeda übernimmt den Abruf geeigneter Anzeigen: Das System verkleinert die Auswahl möglicher Anzeigen auf eine Menge von Kandidaten. Nachgelagerte Ranking-Modelle bewerten diese Kandidaten ausführlicher. Retrieval, also der Abruf, und Ranking sind damit zwei aufeinanderfolgende Schritte in Metas Empfehlungssystem.

Meta beschreibt Andromeda als Teil der Infrastruktur für Werbeanzeigen. Advantage+ ist dagegen eine Automatisierungs-Suite. Die beiden Begriffe bezeichnen unterschiedliche Funktionen.

Wie das Modell und die GPU-Pipeline zusammenarbeiten

Das neue Retrieval-Modell nutzt eine sogenannte Mixture-of-Experts-Architektur (MoE). Dabei übernehmen spezialisierte Nutzer-Türme unterschiedliche Aufgaben. Eine Anzeigenrepräsentation bezieht den aktuellen Auslieferungskontext ein; ein auf Aufmerksamkeit basierendes Gating-Netzwerk leitet Anzeigenkandidaten an passende Nutzerexperten weiter.

Auch die GPU-Berechnung ist enger zusammengeführt. Ein sogenannter Kernel bündelt das Laden von Einbettungen, die Berechnung der Wechselwirkung zwischen Nutzer und Anzeige sowie die Bewertung. Zwischenergebnisse bleiben laut Meta in Registern und gemeinsam genutztem Speicher der GPU, statt in den Hauptspeicher der GPU geschrieben zu werden.

Auf demselben GPU-Server liegen zudem der Indexabgleich, die Bewertung und die Top-K-Auswahl. Der Indexabgleich wendet die Zielgruppenvorgaben der Werbetreibenden an; die Top-K-Auswahl behält die am höchsten bewerteten Kandidaten. Meta zufolge senkt die Zusammenführung den Netzwerkverkehr um etwa den Faktor 100.

Meta und NVIDIA begannen nach Angaben von Meta Anfang 2026 mit der gemeinsamen Optimierung. NVIDIA steuerte optimierte GPU-Kernels bei; Meta integrierte und benchmarkte die Gesamtpipeline. Für das neue Modell nennt Meta außerdem rund 300-mal weniger Rechenoperationen bei der Inferenz als für das Retrieval-Modell von 2024, bei einer Leistung, die sich dem Niveau des nachgelagerten Rankings annähere.

Drei Durchsatzwerte für drei Systemgrenzen

Die Angaben zu Anzeigen pro Sekunde beziehen sich auf unterschiedliche Teile des Systems. Die Tabelle ordnet jeden Wert dem jeweiligen Umfang zu.

SystembereichVon Meta genannter DurchsatzBezugsgröße
Gesamte ProduktionspipelineMehr als 1 Milliarde Anzeigen pro SekundeZusammengeführte Pipeline auf einem GPU-Server
Retrieval-ModellMehr als 10 Milliarden Anzeigen pro SekundeModell auf einer einzelnen NVIDIA GH200-GPU
IndexabgleichMehr als 100 Milliarden Anzeigen pro SekundeOptimierte Komponente für den Indexabgleich

Für einen optimierten Gating-Kernel nennt Meta einen Anstieg von 2,4 auf mehr als 10 Milliarden Anzeigen pro Sekunde, entsprechend einer 5,3-fachen Beschleunigung. Der Kernel erreiche dabei etwa 85 Prozent der maximalen Speicherbandbreite der GPU. Mit INT8-Quantisierung, einer 8-Bit-Darstellung der Werte, sei laut Meta bis zu der doppelte Durchsatz optimierter FP16-Kernels möglich, bei einer Genauigkeit auf dem Niveau von 16-Bit-Präzision.

Welche Ergebnisse Meta für 2024 und 2026 nennt

Für den 2024 beschriebenen Einsatz von Andromeda auf Facebook und Instagram meldete Meta eine um 6 Prozent höhere Abrufquote und eine um 8 Prozent bessere Anzeigenqualität in ausgewählten Segmenten. Im technischen Beitrag von 2026 führte Meta einen Anstieg der Facebook-Conversions um 2,4 Prozent seit 2025 auf Andromeda zurück.

Meta nannte 2024 außerdem weitere, anders abgegrenzte Ergebnisse: Werbetreibende, die Advantage+ Creative zuvor nicht genutzt und anschließend KI-gestützte Targeting-Funktionen aktiviert hatten, hätten einen um 22 Prozent höheren ROAS erzielt. Für Unternehmen, die Bildgenerierung nutzten, schätzte Meta einen Conversion-Anstieg von 7 Prozent. Diese Angaben betreffen unterschiedliche Kennzahlen und Nutzergruppen als die Abrufquote, Anzeigenqualität und Facebook-Conversions.