US-Bundesrichter John G. Koeltl verurteilte Michael Smith am 6. Oktober 2026 wegen Verschwörung zum Betrug mittels elektronischer Kommunikation zu 18 Monaten Haft und zwei Jahren überwachter Entlassung. Das Gericht ordnete außerdem die Einziehung von 8.091.843,64 US-Dollar an. Smith hatte sich am 19. März 2026 in einem Anklagepunkt schuldig bekannt. Die Verurteilung betrifft ein Betrugsschema mit manipulierten Musikstreams und Tantiemen.
So beschreibt die Staatsanwaltschaft das Streaming-Schema
Nach Darstellung des U.S. Attorney’s Office for the Southern District of New York lief das Schema von 2017 bis 2024. Smith ließ Songs, die ihm gehörten, mithilfe von Software über betrügerische Konten automatisch streamen und kassierte die dadurch erzielten Tantiemen.
Die Staatsanwaltschaft erklärte, dass Tantiemen anteilig aus einem gemeinsamen Topf ausgeschüttet werden. Künstlich erzeugte Streams lenkten demnach Geld von rechtmäßigen Streams und damit von Musikern und Songwritern ab.
Umfang der gemeldeten Operation
Laut Darstellung der Staatsanwaltschaft setzte Smith zeitweise bis zu 10.000 Bot-Konten gleichzeitig ein. Er erzeugte demnach Hunderttausende Songs mithilfe von KI; seine Konten spielten diese Titel Milliarden Mal ab.
Der Vergleich bei YouTube Music im April 2023
Für Familienabos bei YouTube Music meldete die Staatsanwaltschaft für April 2023 insgesamt 80,9 Millionen Streams durch Smiths Bot-Konten. Taylor Swifts gesamter Katalog kam im selben Monat und bei derselben Abo-Art auf 9,3 Millionen Streams. Smiths Konten erreichten damit rund das 8,7-Fache.
| Konto oder Katalog | Streams im April 2023 bei YouTube Music im Familienabo |
| Smiths Bot-Konten | 80,9 Millionen |
| Gesamter Katalog von Taylor Swift | 9,3 Millionen |
Das konkrete Delikt im Urteil
Smith bekannte sich der Verschwörung zum Betrug mittels elektronischer Kommunikation schuldig. Die in dem Fall beschriebene Methode bestand darin, Streams automatisiert zu erzeugen und daraus Tantiemen zu beziehen; KI-generierte Titel waren Teil dieses Vorgehens.