Das Neil Gehrels Swift Observatory machte am 20. Oktober 2026 seine letzte Beobachtung. NASA berichtete am 23. Oktober, dass die Wissenschaftsmission beendet war: Swift kreiste in weniger als 275 Kilometern Höhe, wo der Luftwiderstand die Teleskope daran hinderte, astronomische Ziele stabil anzuvisieren.
Warum Swift nicht mehr beobachten konnte
In der niedrigen Umlaufbahn störte der Luftwiderstand die präzise Ausrichtung, die Swift für wissenschaftliche Beobachtungen benötigte. Das Observatorium konnte deshalb keine astronomischen Ziele mehr stabil anvisieren.
Was aus dem Rettungsversuch mit LINK wurde
Ein früherer Plan sollte Swift mit dem LINK-Raumschiff einfangen und seine Umlaufbahn anheben. Actualidad Aeroespacial und Eureka berichteten, dass NASA und Katalyst Space dieses Ziel nach Problemen mit Kommunikation und Lageregelung von LINK aufgaben. Der Rettungsversuch verhinderte das spätere Ende von Swifts Wissenschaftsmission nicht.
Wie Swift Gammastrahlenausbrüche verfolgte
Swift konnte einen Gammastrahlenausbruch erkennen und lokalisieren, andere Observatorien alarmieren und seine Teleskope auf die Quelle ausrichten. Dieser Ablauf dauerte typischerweise etwa eine Minute. Gammastrahlenausbrüche sind kurze, energiereiche kosmische Ereignisse, deren Nachglühen rasch verblassen kann. Das Planungssystem von Swift konnte bis zu 75 unabhängige Ziele pro Tag berücksichtigen; zeitkritische Beobachtungen ließen sich vom Boden aus innerhalb von Minuten anordnen.
Swifts wissenschaftliche Bilanz und das öffentliche Archiv
Swift startete am 20. November 2004. Seine Hauptmission war auf zwei Jahre angelegt; produktiv arbeitete das Observatorium nach Angaben der NASA mehr als zehnmal so lange. Die Mission beobachtete mehr als 2.000 Gammastrahlenausbrüche und untersuchte mehr als 1.400 Supernova-Explosionen. Daten von Swift trugen zu rund 7.000 wissenschaftlichen Fachartikeln bei.
Ein Beispiel für Swifts schnelle Reaktion stammt aus dem Mai 2005: Das Observatorium registrierte elf Röntgenphotonen aus dem Nachglühen von GRB 050509B. Der Gammastrahlenausbruch dauerte 0,03 Sekunden; es war der erste kurze Ausbruch, für den ein Nachglühen nachgewiesen wurde.
Das öffentlich zugängliche Swift-Archiv umfasst rund 12 Terabyte und mehr als 1,5 Millionen Bilder des Ultraviolet/Optical Telescope. Es enthält außerdem Helligkeitsmessungen und Spektren über nahezu 22 Jahre.
Welche Möglichkeiten NASA nach Swift prüft
In ihrem Bericht vom 23. Oktober 2026 erklärte NASA, sie prüfe Möglichkeiten für schnelle Reaktionen auf kosmische Ereignisse. Dazu zählen der Einsatz vorhandener NASA-Weltraumteleskope, kommerzielle Möglichkeiten für einen schnellen Zugang zum Orbit und künftige Missionen. NASA erwartete in diesem Bericht Swifts Wiedereintritt innerhalb der folgenden Wochen.