NASA plante Artemis III nach einer am 23. Oktober 2026 veröffentlichten Überarbeitung als Rendezvous- und Andocktest in niedriger Erdumlaufbahn: Orion soll dort Testlander von SpaceX und Blue Origin treffen. Eine bemannte Mondlandung ist für 2028 als NASA-Ziel vorgesehen; Artemis III selbst dient dem Orbitaltest.
Was Artemis III im Erdorbit testen soll
NASA kündigte die Demonstration für 2027 an. Orion und die Testversionen der beiden Lander sollen sich in niedriger Erdumlaufbahn begegnen und dort andocken. Beide Unternehmen müssen außerdem unbemannte Demonstrationsmissionen absolvieren, bevor ihre Lander für bemannte Mondmissionen eingesetzt werden. NASA will die Systeme vor solchen Flügen zertifizieren.
Eine frühere NeoTeo-Einordnung zum Artemis-IV-Zeitplan ordnete die für 2028 geplante Landung noch Artemis IV zu. In der neuen Vertragsausrichtung hat NASA keinem der beiden Anbieter eine bestimmte Mondlandemission zugewiesen.
Zwei Wege zum Mond: SpaceX und Blue Origin
NASA beschreibt für SpaceX und Blue Origin unterschiedliche Wege, Treibstoff und Besatzung zum Mond zu bringen. SpaceX setzt auf ein Depot im Erdorbit, Blue Origin auf drei Transferstufen für den Flug in eine elliptische polare Mondumlaufbahn.
| Anbieter | Treibstoff und Transfer | Treffen mit Orion und Flugweg | Betriebliche Folge laut NASA |
| SpaceX | Mehrere Starship-Tanker übertragen tiefgekühlten, kryogenen Treibstoff an ein Depot im niedrigen Erdorbit. Das Depot betankt anschließend Starship HLS. | Starship HLS trifft Orion im Erdorbit. Ein Startimpuls für den Flug zum Mond bringt beide in eine niedrige Mondumlaufbahn. | Das Konzept erlaubt flexiblere Startzeitpunkte für Orion und die SLS-Rakete und senkt die Treibstoffmenge, die im All gesammelt werden muss. |
| Blue Origin | Drei Transferstufen bringen Blue Moon Mark 2 Alpha zum Mond. Sie trennen sich, sobald ihr Treibstoff verbraucht ist. | Das Gespann fliegt in eine elliptische polare Mondumlaufbahn. Zwei Besatzungsmitglieder sollen zum Südpol des Mondes absteigen und danach zu Orion zurückkehren. | Die Umlaufbahn soll die Rückkehr zur Orion beschleunigen, den Treibstoffbedarf des Landers senken und die verfügbare Leistung der SLS nutzen. |
Bei SpaceX übernimmt Starship HLS also sowohl den Transport des Treibstoffs zum Mond als auch den Antrieb für den Flug von Orion und Lander aus dem Erdorbit. Blue Origin verzichtet in diesem beschleunigten Konzept auf den Treibstofftransfer im All: Die drei Transferstufen bringen Blue Moon Mark 2 Alpha in die Zielumlaufbahn und lösen sich nacheinander ab. NASA zufolge bietet die elliptische polare Umlaufbahn dem Blue-Origin-Lander einen schnelleren Rückweg zu Orion.
Zusätzliche Entwicklungsschritte und das Ziel für 2028
SpaceX soll zwei Demonstrationen seiner Crew-Kabine Cabin 1 ergänzen. Blue Origin erhält zusätzliche Vorgaben für Tests mit Menschen im System sowie für die Hardware-Bereitschaft. Beide Anbieter müssen unbemannte Demonstrationen vor bemannten Mondflügen absolvieren; NASA zertifiziert die Landersysteme vor dem Einsatz mit Besatzung.
NASA will den Anbieter für die erste bemannte Landung danach auswählen, welcher Lander bereit ist. Die Agentur hält an einer Landung im Jahr 2028 als Ziel fest; eine zweite bemannte Landemöglichkeit soll folgen.
Wie viele Starship-Tankerstarts eingeplant sind
Auf die in einer Frage genannte Zahl von 22 Starts sagte NASA-Artemis-Programmmanager Jeremy Parsons bei einer Veranstaltung am 23. Oktober 2026, sechs bis acht Starts lägen wahrscheinlich näher an der Planung von SpaceX. Parsons bezeichnete dies als Planungsschätzung; eine Demonstration des Treibstofftransfers solle den Bedarf genauer bestimmen.