Netflix senkte am 20. Oktober 2026 seine Prognose für Werbeumsätze im Gesamtjahr von rund 3 Milliarden auf etwa 2,7 Milliarden US-Dollar. Als Grund nannte der Konzern den etwas langsameren als erwarteten Rollout einzelner Werbefunktionen. Die aktualisierte Schätzung steht im Quartalsbrief von Netflix.
Warum Netflix die Werbeprognose senkte
Die beiden gerundeten Zielwerte liegen rund 300 Millionen US-Dollar auseinander. Netflix beschrieb den Rollout einzelner Funktionen für Werbekunden als etwas langsamer als erwartet. Im Quartalsbrief nennt das Unternehmen außerdem Änderungen an seiner Werbetechnik: Netflix erweiterte den programmatischen Zugang über weltweit verfügbare Deals auf Connected-TV-Marktplätzen und baute Messfunktionen innerhalb von DSPs aus. Diese Plattformen dienen der Buchung digitaler Werbung; zu den Messwerten zählen Reichweite, Kontakthäufigkeit und Attribution, also die Zuordnung von Werbewirkungen. Netflix führte zudem neue Partnerschaften mit MercadoLibre in Lateinamerika und AdForm in EMEA an.
Netflix rechnet 2026 insgesamt mit 51,1 Milliarden US-Dollar Umsatz
Für das Gesamtjahr stellte Netflix 51,1 Milliarden US-Dollar Umsatz und eine operative Marge von 31,5 Prozent in Aussicht. Das entspräche einem Umsatzplus von 13 Prozent gegenüber 2025, währungsbereinigt von 12 Prozent. Die aktualisierte Umsatzprognose lag 0,2 Prozent unter der Mitte der zuvor genannten Prognosespanne. Zugleich erklärte Netflix, das Wachstum der Abo-Umsätze habe die eigenen Erwartungen übertroffen.
Im dritten Quartal erzielte Netflix 12,874 Milliarden US-Dollar Umsatz, 11,8 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Die operative Marge betrug 34,6 Prozent, nach 28,2 Prozent im dritten Quartal 2025. Netflix nannte neben den Abonnements auch steigende Werbeumsätze als einen Treiber des Quartalswachstums.
Netflix beziffert den Margeneffekt des Stellenabbaus
Für die angekündigten Stellenreduzierungen setzte Netflix einen negativen Effekt von rund 120 Basispunkten auf die operative Marge im vierten Quartal an; für das Gesamtjahr 2026 rechnete der Konzern mit etwa 30 Basispunkten. Ein Basispunkt entspricht 0,01 Prozentpunkten. NeoTeo hatte zuvor über den damals gemeldeten Stellenabbau bei Netflix berichtet.