Eine im Web sehr verbreitete Redewendung lautet: „Du wirst für alles bezahlen und nichts besitzen“. Wenn man die Inhaltsänderungen auf bestimmten Plattformen und das willkürliche Verschwinden einiger Videospiele genauer betrachtet, wird deutlich, dass die Entstellung des Wortes „Kauf“ eine extreme Phase erreicht hat. Inzwischen gibt es jedoch bereits rechtliche Antworten, wie die AB-2426 des US-Bundesstaates Kalifornien, die sich gegen irreführende Werbung für digitale Güter richtet. Was ist ihr Ziel? Beschränkungen für die Verwendung von Ausdrücken einzuführen, die einen dauerhaften Kauf suggerieren, obwohl dies in Wirklichkeit nicht der Fall ist.

Neues Gesetz verpflichtet zur Kennzeichnung des „Kaufs von Lizenzen“ bei Videospielen und digitalem Material
Das neue Gesetz, das die Kennzeichnung des „Kaufs von Lizenzen“ bei Videospielen zum Ziel hat

Im Dezember letzten Jahres hatte Sony angekündigt, dass die Inhalte von Discovery aus dem PlayStation Store verschwinden würden. Die Nachricht verbreitete sich blitzschnell im Web, und der Aufschrei war so groß, dass der japanische Konzern schließlich eine Verlängerung der Rechte um mindestens 30 Monate aushandelte. Nun ist das Schlüsselwort „Verlängerung“: Das Problem ist nicht verschwunden, und die von den Nutzern erworbenen Inhalte bleiben weiterhin in Gefahr.

Ein weiterer, zeitlich näher liegender Fall ist The Crew, ein Rennspiel, das Ubisoft 2014 veröffentlichte. Am 14. Dezember 2023 entfernte das Unternehmen das Spiel aus allen digitalen Plattformen und kündigte die Abschaltung seiner Server an, die im März dieses Jahres erfolgte. Da diese Server auch im Einzelspielermodus benötigt wurden, ist es heute technisch unmöglich, The Crew zu spielen. Beide Situationen waren entscheidend, um Jacqui Irwin, Mitglied der California State Assembly, endgültig davon zu überzeugen, das Gesetz AB-2426 voranzutreiben, das Gouverneur Gavin Newsom vor ein paar Tagen unterzeichnete.

Kauf von Lizenzen und irreführende Werbung, oder das „Sony-Ubisoft-Gesetz“

Neues Gesetz verpflichtet zur Kennzeichnung des „Kaufs von Lizenzen“ bei Videospielen und digitalem Material
Das Gesetz verbietet Entwicklern nicht, ihre Produkte zurückzuziehen, aber sie müssen beim „Verkauf von Lizenzen“ viel klarer und präziser sein.

In einfachen Worten: AB-2426 macht die Verwendung von Ausdrücken wie „buy“ oder „purchase“ illegal, wenn der Verbraucher lediglich eine Lizenz zum Zugriff auf digitale Medien erhält. Online-Shops müssen eine „klare und auffällige“ Warnung veröffentlichen, die den Verbraucher darüber informiert, dass a) es sich um eine Lizenz mit besonderen Bedingungen und Einschränkungen handelt und b) sie in der Zukunft einseitig widerrufen werden kann (zusätzlich zur Entfernung des Spiels) oder alternativ eine ausdrückliche Zustimmung des Käufers vor Abschluss der Transaktion eingeholt wird.

Natürlich hat AB-2426 Ausnahmen: Abonnementdienste, kostenlose digitale Güter und solche Produkte, die dauerhaft auf ein externes Medium heruntergeladen und offline ohne Internetverbindung genutzt oder ausgeführt werden können. Der dritte Punkt betrifft die Spieler am meisten und bringt Geschäfte wie Good Old Games in eine günstige Position, die weiterhin Downloads lokaler Kopien für jedes erworbene Spiel ohne DRM anbietet.

Das Gesetz tritt im nächsten Jahr in Kraft.

Zugang zum Gesetz: Hier klicken | Quellen: PC Gamer, The Verge.