Am 6. Oktober 2026 wurde berichtet, dass Belastingdienst, Douane und Dienst Toeslagen ihre geplante Migration in die Microsoft-365-Cloud umsteuern wollen. E-Mail und Kalender sollen ab 2027 auf Servern laufen, die von den Behörden kontrolliert werden.

E-Mail und Kalender sollen lokal gehostet werden

Die berichtete Änderung betrifft den Hosting-Ort: Microsoft-Dienste wie Outlook sollen für E-Mail und Kalender weiterhin genutzt werden, aber künftig auf behördenkontrollierten Servern laufen. Ein offizieller Datensatz der Tweede Kamer führt ein Schreiben von Finanzstaatssekretär Eelco Eerenberg vom 5. Oktober 2026 mit dem Titel „Toekomstbestendigheid Belastingdienst“.

Microsoft bleibt teilweise im Einsatz

Beim Belastingdienst waren den Berichten zufolge rund 5.000 von insgesamt 47.500 Beschäftigten bereits zu Microsoft 365 gewechselt. Sie sollten vorerst auf der Plattform bleiben. Für Speicher- und Zusammenarbeitsdienste werden europäische Open-Source-Alternativen mit Blick auf den Zeitraum bis 2028 geprüft.

Kapazität und Folgen für IT-Projekte

Als Beweggründe wurden digitale Souveränität, Kostenkontrolle und strategische Unabhängigkeit genannt. Das Adviescollege ICT-Toetsing soll Bedenken zur Vertraulichkeit von E-Mails, Verschlüsselung, Metadaten und Backups geäußert haben. Eerenberg führte die Möglichkeit eines lokalen Betriebs Berichten zufolge unter anderem auf ausgebaute Rechenzentrumskapazitäten zurück.

Für die IT-Kapazität des Belastingdienst entfielen den Berichten zufolge 55 Prozent auf Modernisierung, 40 Prozent auf gesetzliche und externe Anforderungen und 5 Prozent auf strategische Erneuerung. Als Zielwerte wurden höchstens 20 Prozent für Modernisierung und mindestens 20 Prozent für strategische Erneuerung genannt. Eine ausführlichere Roadmap sollte dem Parlament im ersten Quartal 2027 vorgelegt werden.

Auch Zeitpläne für Umsatzsteuerprojekte änderten sich den Berichten zufolge: Der Beginn der Umsatzsteuererstattungen wurde auf April 2027 verschoben. Der Übergang bei der inländischen Umsatzsteuer wurde vom 1. Juli in das dritte Quartal 2027 verlegt.