Norwegens Regierung geht davon aus, dass TikTok, Roblox und Snapchat nach dem derzeitigen Entwurf voraussichtlich unter eine geplante Altersgrenze für Unter-16-Jährige fallen. Auch schädliche Spiele und Messenger könnten erfasst werden. Die Regierung will den Gesetzentwurf bis Ende 2026 dem Storting vorlegen. In ihrer Mitteilung vom 19. Oktober 2026 beschreibt sie den überarbeiteten Geltungsbereich.

Warum Spiele und Messenger infrage kommen

Entscheidend wäre das Risiko eines Dienstes für Kinder. Die Regierung bezieht es auf dessen Gestaltung, Funktionen oder Inhalte und auf mögliche Gefahren für die emotionale, kognitive oder gesundheitliche Entwicklung sowie die Sicherheit von Kindern. Nach dem überarbeiteten Ansatz könnten daher auch Spiele und Messenger unter die Regelung fallen, sofern sie als schädlich eingestuft werden.

Wer sich für Kinderschutz bei Spielen interessiert, findet im australischen eSafety-Vergleich der Sicherheitsmaßnahmen bei vier Spieleplattformen ein separates Beispiel dafür, wie unterschiedlich Anbieter vorgehen.

So wären Stichtag und Altersprüfung geregelt

Die Altersgrenze würde am 1. Januar des Kalenderjahres enden, in dem ein Kind 16 wird. So soll ein ganzer Schuljahrgang gleichzeitig Zugang erhalten; die Kinder wären dann mindestens 15 Jahre alt. Die norwegische Regierung erläuterte diesen Stichtag im April 2026.

Für die Altersprüfung wären die Anbieter verantwortlich. Sie sollen ein wirksames Verfahren wählen, das datenschutzfreundlich ist und die DSGVO erfüllt. Die Regierung knüpft Durchsetzungspflichten an die Umsetzung des EU-Gesetzes über digitale Dienste (Digital Services Act, DSA) in norwegisches Recht und erwartet von den Anbietern die Einhaltung vom ersten Tag an.

In Reddit-Diskussionen zum Vorhaben äußerten einzelne Nutzer Sorgen um Anonymität und persönliche Daten; andere sprachen sich für weniger eingriffsintensive Altersprüfungen oder Regeln gegen schädliche Designmuster aus. Die Beiträge finden sich in Diskussionen auf r/privacy und r/worldnews.