Die ersten veröffentlichten Tests zu NVIDIA RTX Spark N1X zeichnen ein workloadabhängiges Bild: Bei lokaler KI und ausgewählten Grafiktests schnitt das System stark ab, bei CPU-Aufgaben und Spielen fielen die Ergebnisse je nach Test und Softwarepfad unterschiedlich aus. HotHardware und Tom’s Hardware prüften dafür vor allem ein hoch ausgestattetes Microsoft Surface Laptop Ultra mit einem 20-Kern-N1X, 6.144 Blackwell-Grafikkernen und 128 GB gemeinsamem Speicher. HotHardware Tom’s Hardware

RTX Spark N1X ist eine Laptop-Plattform, kein einzelnes Notebookmodell. Die Ergebnisse gelten daher für die jeweils getesteten Geräte und Anwendungen. Welche Lenovo-Modelle mit RTX Spark angekündigt wurden, hat NeoTeo bereits im Bericht zu Lenovos Yoga-9n-Laptops mit RTX Spark vorgestellt.

Was die Tests abdeckten

Das Surface Laptop Ultra im Test von Tom’s Hardware hatte ein 15-Zoll-Display, 128 GB LPDDR5X-9400-Arbeitsspeicher und eine 1-TB-SSD. HotHardware prüfte eine 20-Kern-Konfiguration mit 128 GB Speicher und 3K-OLED-Display. Der N1X kombiniert 20 Arm-CPU-Kerne mit 6.144 Blackwell-Grafikkernen; die Plattform unterstützt laut HotHardware eine Speicherbandbreite von bis zu 300 GB/s.

Die Benchmark-Ergebnisse passen nicht in ein einziges Gesamturteil. Im Browserbenchmark Speedometer 3.1 landete das N1X-System bei HotHardware im hinteren Drittel des Testfelds, ebenso in der Nähe des unteren Feldes bei PCMark 10 Applications. In Cinebench 2026 fiel die Single-Thread-Leistung gegenüber aktuellen Konkurrenten schwächer aus, während das System im Mehrkernlauf zu den schnellsten gehörte. Geekbench ergab wiederum konkurrenzfähige Einzelkern- und sehr starke Mehrkernwerte. Jeder dieser Tests setzt andere Schwerpunkte – ein schneller Mehrkernlauf sagt deshalb wenig über die Reaktionsfähigkeit in einer Browseraufgabe aus. HotHardware: CPU- und Anwendungstests

Bei den KI-Tests meldete HotHardware Spitzenplätze in UL Procyon AI Text Generation und Computer Vision 2.0. Im Computer-Vision-Test lag das zweitplatzierte Snapdragon X2 Elite Extreme laut HotHardware 30 Prozent zurück. Auch in den MLPerf-Client-Tests zu Flux 2 Klein 4B und Qwen 8B lag das N1X bei den berichteten Durchsatz- und Zeitwerten vorn. Für diese Ergebnisse nennt der Testbericht im Fließtext keine genauen Punktzahlen.

In den Grafiktests 3DMark Speedway und Steel Nomad Lite führte das N1X das von HotHardware getestete Feld mit deutlichem Abstand an. Das ist kein direkter Leistungsbeweis für jedes Spiel: Die dortigen Spielebenchmarks zeigten Unterschiede je nach Titel. Bei Cyberpunk 2077 lag das System in 1080p mit Ray Tracing auf niedriger Stufe vorn; in The Talos Principle II blieb es hinter AMDs Radeon 8060S. Das Spiel lief dabei über Microsofts PRISM-Emulator.

Lokale KI: Laufzeiten in zwei Qwen-Tests

Tom’s Hardware maß mit AgentPerf-local die Zeit für zwei lokale KI-Aufgaben. In beiden Tests benötigte das Surface Laptop Ultra weniger Zeit als die beiden Vergleichssysteme; die Messwerte gelten jeweils für das benannte Modell und die verwendete Konfiguration.

KI-ArbeitslastMicrosoft Surface Laptop Ultra14-Zoll-MacBook Pro mit M5 MaxRyzen AI Halo
Qwen 3.8-27B18,9 Minuten24,74 Minuten42,1 Minuten
Qwen 3.6 35B A3B8,08 Minuten10,12 Minuten13,29 Minuten

Für Qwen 3.8-27B verwendete der Test Unsloth Q4_K_M und llama.cpp. Surface Laptop Ultra und MacBook Pro nutzten DFlash2 speculative decoding; Ryzen AI Halo verwendete das im Modell integrierte MTP. Der zweite Lauf verwendete Q4_K_M mit aktiviertem MTP. Unterschiedliche Beschleunigungsmethoden schränken den direkten Vergleich ein. Die Zeiten zeigen dennoch, wie die drei Systeme bei genau diesen beiden Aufgaben abschnitten – sie sind kein Maßstab für jede lokale KI-Anwendung.

Was die Spieletests über RTX Spark aussagen

Englischsprachiger RTX-Spark-Laptoptest von The Tech Chap zu Leistung, Spielekompatibilität, Thermik und lokaler KI

Die Spielewerte von Tom’s Hardware enthalten neben durchschnittlichen Bildraten auch 1%-Low-Werte und die durchschnittliche PC-Latenz. In Gears of War: E-Day erreichte das Surface Laptop Ultra bei 1908 × 1272, hoher Detailstufe, aktivierter Mega Geometry und MFG 2X durchschnittlich 77,7 FPS. Der 1%-Low lag bei 39,9 FPS, die durchschnittliche PC-Latenz bei 83,5 ms. Während eines Kartenwechsels kam es im Test zu einem deutlichen Hänger.

In Control Resonant waren es bei 2560 × 1440, hoher Detailstufe, deaktiviertem Raytracing und MFG 3X durchschnittlich 109,2 FPS. Der 1%-Low betrug 51,6 FPS, die durchschnittliche Latenz 78,3 ms. Tom’s Hardware berichtete außerdem, dass Raytracing die Bildraten weiter senkte und die Latenz erhöhte. Das sind Resultate zweier Spiele mit konkreten Einstellungen, kein plattformweiter Gaming-Durchschnitt. Tom’s Hardware empfiehlt für Nutzer, denen maximale Leistung und geringe Eingabeverzögerung besonders wichtig sind, ein dediziertes Gaming-Notebook.

HotHardware weist zusätzlich auf Kompatibilitätsfragen unter Windows on Arm hin: Einige Anti-Cheat-Systeme, darunter das von EA, waren laut dem Testbericht noch nicht mit Arm kompatibel. Zusammen mit dem PRISM-Emulator bei The Talos Principle II macht das deutlich, warum das Ergebnis auch davon abhängt, ob ein Spiel nativ läuft und seine Schutzsoftware funktioniert. HotHardware: Grafik- und Spieletests

Akkulaufzeit und Leistungsaufnahme sind verschiedene Messwerte

HotHardware maß in seinem Akkutest 14 Stunden und 35 Minuten auf einem Surface Laptop Ultra mit 20-Kern-N1X, 128 GB Speicher und 3K-OLED-Display. In separaten Tests mit Netz- und Akkubetrieb sank der Speedometer-Wert im Akkubetrieb um etwa 18 Prozent; die Mehrkernleistung in Cinebench 2026 blieb nahezu unverändert. Das sind Ergebnisse verschiedener Workloads auf einem Testsystem, keine einheitliche Aussage zur Leistung aller RTX-Spark-Laptops. HotHardware: Akkutest und Ergebnisse im Akkubetrieb

Die ebenfalls von HotHardware gemessenen rund 138 W waren eine kurzzeitige Spitze für das gesamte System bei stark reduzierter Displayhelligkeit. Der Wert beschreibt nicht allein den N1X. HotHardware nennt für die typische Leistungsaufnahme des SoC einen TDP-Bereich von 45 bis 80 W. HotHardware: Plattformdaten und Leistungsaufnahme

Für lokale KI-Aufgaben liefern die Tests starke Ergebnisse, während Browser- und Anwendungstests, Spieleleistung und Akkubetrieb stärker von der jeweiligen Aufgabe abhängen. Wer vor allem mit Spielen niedrige Latenzen und hohe Leistung anstrebt, findet in Tom’s Hardwares Empfehlung für ein dediziertes Gaming-Notebook den klarsten praktischen Hinweis.