Ein am 6. Oktober 2026 veröffentlichter Benchmarkvergleich meldete starke Ergebnisse für NVIDIA Vera in mehreren Arbeitslasten des Hochleistungsrechnens (HPC). Im OpenFOAM-Test mit großem Rechengitter lag das Zwei-Prozessor-System bei der Ausführungszeit vorn. Vera ist eine ARM64-Server-CPU, keine GPU.

Was der Vera-Benchmark berichtet

Verglichen wurden zwei Vera-Prozessoren mit Systemen auf Basis von AMD EPYC Turin und Intel Xeon Granite Rapids. Die Ergebnisse fielen je nach Arbeitslast unterschiedlich aus. Besonders auffällig war Vera bei mehreren speicherintensiven HPC-Tests; der OpenFOAM-Test zeigt, warum die konkrete Aufgabe und ihre Größe für die Rangfolge wichtig sind.

Die frühere NeoTeo-Berichterstattung zu Vera behandelte einen anderen Test: den Vergleich mit aktiviertem und deaktiviertem SMT.

Die getesteten Systeme und Speicherkonfigurationen

Im Vera-System arbeiteten zwei CPUs mit je 88 Kernen. Zusammen ergab das 176 Kerne und 352 Threads. Auch die getesteten EPYC- und Xeon-Systeme nutzten jeweils zwei Prozessoren, aber mit anderen Kernzahlen und Speicherarten.

Getestetes SystemCPUsKerne und Threads gesamtArbeitsspeicher
NVIDIA Vera2176 Kerne / 352 Threads16 × 96 GB Samsung LPDDR5-9600
AMD EPYC 9575F2128 Kerne / 256 Threads24 × 64 GB Samsung DDR5-6400
AMD EPYC 97552256 Kerne / 512 Threads24 × 64 GB Samsung DDR5-6400
Intel Xeon 6980P2256 Kerne / 512 Threads24 × 64 GB Micron MRDIMM-8800

Damit wurden vollständige Serversysteme mit unterschiedlichen Prozessor- und Speicherbestückungen verglichen. Die Messwerte sind kein isolierter Vergleich der CPU-Architekturen.

Warum Arbeitslast und Rechengitter zählen

Der OpenFOAM-Test nutzte den Fall drivaerFastback und untersuchte kleine, mittlere und große Rechengitter. Je nach Größe und Messgröße änderte sich die Rangfolge: Bei der Ausführungszeit mit kleinem Rechengitter lag AMD EPYC 9755 vor Vera. Beim großen Rechengitter führte Vera sowohl bei der Ausführungszeit als auch im Vergleich der Leistung pro Watt.

Das ist ein Ergebnis für diese konkrete OpenFOAM-Aufgabe. Es macht die Systemkonfiguration und die Art der Arbeitslast entscheidend: Ein Laufzeitvorteil bei einem großen Rechengitter lässt sich nicht einfach auf jede HPC-Anwendung übertragen.

CPU-Leistungsaufnahme im Test

Die beiden Vera-CPUs erreichten über die HPC-orientierten Tests eine durchschnittliche CPU-Leistungsaufnahme von 842 W und einen gemessenen Spitzenwert von 1.044 W. Das sind Werte für die Prozessoren, nicht für den gesamten Server.

Bei den getesteten Arbeitslasten verzeichnete der Intel Xeon 6980P die höchste CPU-Leistungsaufnahme. Der Spitzenwert der beiden Vera-CPUs lag in einer ähnlichen Größenordnung wie der des AMD EPYC 9755-Systems.

Reichweite der Ergebnisse

Die getesteten Umgebungen unterschieden sich auch bei der Software: Vera lief mit einer angepassten Ubuntu-24.04-LTS-Umgebung, einem angepassten Kernel auf Basis von Linux 6.17 mit 64-KB-Kernelkonfiguration und GCC 15.3. Die AMD- und Intel-Systeme nutzten unveränderte Ubuntu-26.04-LTS-Umgebungen und einen ähnlichen GCC-15-basierten Compiler. Beim OpenFOAM-Test kamen auf allen Servern Standard-Compilerflags zum Einsatz.

Die Ergebnisse beziehen sich auf diese getesteten Systeme und Arbeitslasten, darunter OpenFOAM, WRF, HPCG, LAMMPS, Xcompact3D, QuantLib, libxsmm und QMCPACK.