Der Oculus Rift ist seit etwas mehr als sechs Monaten auf dem Markt, und selbst seine Verantwortlichen geben zu, dass er einen langsamen Start hatte. Hoher Preis, sehr anspruchsvolle technische Spezifikationen, starke Konkurrenz, Lieferprobleme und ein unerwarteter politischer Skandal haben die Facebook-Tochter in eine schwierige Lage gebracht. Der unmittelbare Plan ist, sich mit einer Reihe von Ankündigungen zu sammeln, darunter die Absicht, eine neue Generation des Rift zu entwickeln, die nicht von einem Computer abhängt und jede physische Verbindung vollständig eliminiert.

Die ersten Verkaufsprognosen für den Oculus Rift sprachen von einer halben Million Einheiten im Jahr. Sechs Monate nach der Markteinführung sind sich die meisten einig, dass Oculus VR großes Glück haben wird, wenn es Ende 2016 mit 180.000 verkauften Headsets abschließt. Was ist passiert? Es war eine Mischung aus Faktoren. HTC und Sony machen mit ihren eigenen virtuellen Lösungen viel Lärm, die „Verwirrung“ über den Rift-Preis hat die Begeisterung der Nutzer ebenso gedämpft wie die hohen Hardware-Anforderungen, die Plattform entbehrt noch einer „Killer-App“, ein von Facebook im April bestätigter Teilemangel verzögerte die Lieferungen, und wenn das nicht genug wäre, löste die scheinbare „pro-Trump“-Position von Palmer Luckey einen internen Krieg mit mehreren Entwicklern aus.

Das heißt jedoch nicht, dass die Geschichte von Oculus vorbei ist. Auch wenn es erhebliche Stolpersteine sind, das Rennen ist lang, Facebook ist ein Titan im Web, und auf der letzten Konferenz Oculus Connect konnten wir bereits einige sehr auffällige Details sehen. Das Wichtigste? Eine Version des Rift ohne Verbindung zum Computer. Die Keynote widmete dem Prototyp namens „Santa Cruz“ nur ein paar Minuten, von dem ein kurzes Video veröffentlicht wurde, aber es reichte aus, um zu bestätigen, dass die Technologie auf dem Weg ist. Mit dieser Ankündigung erkennt Facebook an, was wahrscheinlich die größte Schwäche des Oculus Rift ist: die physische Verbindung, die ihn gefangen hält. Es ist logisch anzunehmen, dass der Prototyp gewisse Kompromisse bei der Qualität eingehen wird, aber ich fürchte, es gibt keine weiteren Informationen.

Oculus arbeitet an einem neuen Headset ohne PC-Anbindung
Santa Cruz

Ein bemerkenswerter Fortschritt in diese drahtlose Richtung ist die Reduzierung der Mindestanforderungen des Oculus Rift, dank einer neuen API namens „asynchronous spacewarp“. Dabei handelt es sich um einen sehr farbenfrohen Namen für das, was wir als „Reprojektion“ kennen: Zwei Bilder mit 45 FPS werden analysiert, und daraus wird ein künstliches neues Bild eingefügt, sodass das Headset mit 90 FPS versorgt werden kann, ohne die Hardware-Parameter zu erhöhen. Der Unterschied besteht darin, dass das „asynchronous spacewarp“ einen Schritt über die traditionelle Reprojektion hinausgeht, da es nur auf Rotationsänderungen angewendet wird, beispielsweise wenn wir den Kopf bewegen.

Wenn wir zu dieser Reduzierung die Arbeit von Nvidia hinzufügen, die darauf abzielt, seine Chips der Serie 10 auf Laptops zu bringen, ist Oculus bereits in einer sehr guten Position, um seine „Oculus Ready“-Zertifizierung auf neue Modelle auszudehnen. Zum Abschluss noch eine Information, auf die viele gewartet haben: Die Oculus-Touch-Controller werden am 6. Dezember auf den Markt kommen, zu einem Preis von 199 US-Dollar.

Offizielle Ankündigung: