Einem Bericht vom 15. September 2026 zufolge unterstützt OpenAI drei parteiübergreifende US-Gesetzentwürfe zur Biosicherheit bei KI. Die Vorlagen sind eingebracht, aber nicht verabschiedet. Sie würden zwei US-Behörden unterschiedliche Aufgaben zuweisen: NIST soll Messverfahren und Standards für biologische Daten entwickeln, das Energieministerium einen zentralen Zugang zu solchen Daten schaffen.
Drei Entwürfe mit unterschiedlichen Aufgaben
Das National Institute of Standards and Technology (NIST) ist eine US-Behörde für Standards und Messtechnik. Das Department of Energy (DOE) ist das US-Energieministerium. Die drei Entwürfe setzen an verschiedenen Stellen an: bei Messverfahren, der Aufbereitung von Datensätzen und deren Zugänglichkeit.
| Gesetzentwurf | Kennnummer | Vorgesehene US-Behörde | Geplante Aufgabe |
| SCALE Biology Act | H.R.8981 | NIST | Messforschung und Standards für Bioengineering und biologische Daten; außerdem Leitlinien für eine sichere Biotechnologieentwicklung und zur Verhinderung von Missbrauch. |
| AI-Ready Bio-Data Standards Act | S.4069 | NIST | Definitionen, Standards und Rahmenwerke für biologische Datensätze, damit bundesgeförderte Daten für KI-Forschung nutzbar werden. |
| Web of Biological Data Act | H.R.9307 | DOE | Eine zentrale Anlaufstelle für den Zugang zu biologischen Daten, um die Forschung zu erleichtern. |
Der erste Entwurf verbindet Messstandards mit Leitlinien für eine sichere Entwicklung. Der zweite zielt darauf, biologische Datensätze für KI-Forschende besser nutzbar zu machen. Der dritte setzt beim Zugang an und sieht dafür eine zentrale Ressource vor.
OpenAIs Begründung: Risiken messen, Verteidigung unterstützen
Richard Johnson, bei OpenAI für die Eindämmung nationaler Sicherheitsrisiken zuständig, beschrieb die Begründung des Unternehmens als zweigleisig: Biosecurity-Risiken besser erfassen und zugleich Verteidigern den Einsatz von KI-Werkzeugen ermöglichen. Standards und vergleichbare Messverfahren könnten dabei helfen, Fähigkeiten und Risiken einzuordnen.
Der Hintergrund der Biosicherheitsdebatte
Zur Debatte gehören Berichte über KI-gestützte Forschung und den Missbrauch von KI-Modellen. Forschende der Stanford University und des Arc Institute sollen mit KI-Unterstützung 16 neue Viren entworfen haben. Anthropic hatte zudem fünf Fälle aus dem Jahr 2026 gemeldet, in denen ausländische Akteure seine Modelle für gefährliche Erregerforschung missbraucht haben sollen.
Der Biosecurity-Experte Ashish Jha verwies bei den geschilderten Fällen auf eine Grenze einzelner Schutzmechanismen: Nutzer können nach einer blockierten Anfrage zu einem weniger restriktiven Modell wechseln.